Wie fit ist Dein Beckenboden?

Der Beckenboden ist so eine Sache… es ist gar nicht so einfach, ihn bewusst zu trainieren. Auf die andere Seite wiederum ist es derart simpel, dass man es jederzeit nebenbei machen könnte und so wird es oft vergessen. Dabei wäre diese Muskulatur enorm wichtig. Gerade wenn man schwanger wird und umso mehr nach der Geburt. In der 3. Schwangerschaft musste ich leider feststellen, dass mein Beckenboden nicht mehr so fit ist, wie ich ihn gerne hätte. Eigentlich sollte es kein Tabuthema sein, wie wichtig der Beckenboden für uns Frauen ist. Weiterlesen

3 Monate Mäuschen

Heute ist mein kleines Mäuschen schon 3 Monate alt, d.h. vor ungefähr einem Jahr wurde ich schwanger. Es ist, als wäre es gestern noch gewesen, dass ich die Schwangerschaft bemerkte und mich über den wachsenden Bauch freute. Aber schon kurz nach der Geburt (an die ich mich auch noch sehr gut und gerne zurück erinnere) konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es war mit so dickem Bauch am Ende der Schwangerschaft – schon verrückt. Schwanger sein fand ich, bis auf die letzten Wochen, immer sehr schön und so blicke ich natürlich auch ein wenig wehmütig zurück auf diese Zeit… hach… seufz… aber es geht hier ja um das Mäuschen, das unser Leben so schön bereichert… 🙂

Die Kleine überrascht mich wirklich immer wieder. Ich finde mich dann manchmal staunend vor und überlege, ob irgendwas mit meiner Milch nicht stimmt oder so, aber dieses Baby ist eins, das ich mir immer gewünscht habe, als ich mit den ersten beiden so richtig „auf die Welt kam“ und die anderen immer um ihre „einfachen und pflegeleichten“ Babys beneidete während ich dachte, ich mache bestimmt irgendwas falsch, aber nein, sie sind halt einfach alle anders… Sie schläft oft von selber ein, sogar alleine im Beistellbett. Sie trinkt mittlerweile wirklich gut und schnell an der Brust und sie schläft sehr gut. Am Dienstag (12-Wochen-Schub?) sogar mehr als durch mit über 9 Stunden am Stück! (Natürlich konnte ICH das nicht geniessen weil ich nachts doch noch oft erwache (Gewohnheit? Alarmbereitschaft?) und die grosse Maus zu mir rüber kam und dann herum nestete… Und am Donnerstag und Freitag wiederholte sie das Ganze mit 8 Stunden. (Danach erwachte sie wieder früher, aber mit einer nächtlichen Stillmahlzeit kann man gut leben…) Und sie kann teils auch schon eine ganze Weile zufrieden auf der Krabbeldecke liegen und sich ein wenig entdecken.
Und ja, das ist durchaus ungewohnt für mich, das kannte ich von meinen Grossen nicht. Als sie Babys waren, haben sie mich viel mehr gebraucht. Zum Teil fehlt mir fast die Nähe, ich sollte öfter mit ihr im Tuch spazieren gehen… 😉 Einfach so auf meinem Bauch liegen und kuscheln mag sie z.B. gar nicht, obwohl das andere Babys meist sehr geniessen – interessant, wie unterschiedlich Kinder doch sein können und dies von Anfang an, es ist also mit Sicherheit nichts, das man ihnen an- oder abtrainieren könnte.
Wenn ich mich abends neben sie ins Bett lege, dann schaue ich sie oft noch eine Weile an, wie sie friedlich schläft und fühle mich dann einfach nur unendlich gesegnet, dieses kleine Menschlein, dieses Wunder, bei mir haben zu dürfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und vor lauter Glück kann ich in diesen Momenten oft eine Weile gar nicht einschlafen… es ist so schön, ihr beim Wachsen zuzusehen… und es geht so schnell! So anstrengend die Babyzeit sein mag, so schön ist sie auch, sogar das hatte ich fast vergessen!
Diese Woche habe ich noch Kisten der nächsten Grösse (68) ausgeräumt. So viele Kleider noch von der grossen Maus her… Kleider, die ich längst vergass und mich dann beim Herausholen jeden Teils freute, weil ich mich daran erinnerte, wie die grosse Maus sie trug…

Stillen & Schlafen
Wie erwähnt klappt beides wunderbar. Tagsüber sind die Schläfchen in letzter Zeit auch mal länger geworden, vielleicht kristallisiert sich da ja bald sowas wie ein Vor- und ein Nachmittagsschlaf heraus? Unterwegs stillen ist noch etwas doof und mühsam da ich zuhause wirklich v.a. im Liegen stille. Es geht einfach am besten – für uns beide. Wenn sie morgens aus dem Nachtschlaf erwacht, strahlt sie freudig an oder strampelt zufrieden rum und schaut sich um – einfach Zucker!

Motorik & Verhalten
Das Mäuschen ist schon richtig aufgeweckt, freut sich, wenn man sie anspricht und lächelt, hört aufmerksam zu, gibt Laute von sich.
Sie strampelt sehr viel rum, kann sich auf die Seite drehen aus der Rückenlage und lutscht oft an ihren Händchen.

Windelfrei
Klappt momentan erstaunlich gut zuhause. Wenn ich nicht abgelenkt bin oder sie während der Mahlzeiten im Baby-Set sitzt, dann erwische ich das meiste. Auch glaube ich, dass sie langsam „weiss“, dass ich reagiere und „wartet“. Natürlich reagiere ich relativ schnell, aber noch vor wenigen Wochen hat sie meist schon gepieselt, nachdem sie geschlafen hat tagsüber. Das kam nun nicht mehr vor, sie erwacht trocken. Nachts hängt es ein wenig von mir ab. Wenn ich früh genug erwache und nicht zu müde bin, halte ich sie erfolgreich ab. So bleibt nachts die Windel auch trocken. Die letzten Nächte war das immer so, so dass ich schon fast überlege, ihr nachts gar keine Windel mehr anzuziehen.

Nun steht uns die kommende Woche noch die grosse Herausforderung bevor, dass wir 2 Tage weg sind inkl. einer Übernachtung. Drückt mir bitte die Daumen, dass es gut klappen wird, es sie nicht allzu sehr verwirrt und wir zuhause wieder so weitermachen können wie bisher… ich habe da immer grossen Respekt vor solchen „Geschichten“, aber da sie ja offenbar ein wirklich unkompliziertes Kind ist, wird sie es wahrscheinlich viel besser meistern als ich 😉

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Unsere Geburtsanzeige von Sendmoments

Lange haben wir gebraucht, um ein paar schöne Fotos der Baby-Maus zu machen im Hinblick auf die Geburtsanzeige. Aber in den ersten Tagen schlief sie oft. War sie wach, war sie meist unruhig, weinte oder stillte oder war bei mir im Tuch. Alles nicht so einfach…
Ich habe dann meinen Mann gebeten, beim Stillen ein paar Detailaufnahmen zu machen, die sind ganz gut gelungen, wie ich finde und den passenden Spruch dazu haben wir auch gefunden 🙂

Wie schon letztes Mal beim Fotokalender war die Gestaltung der Karte auf Sendmoments denkbar einfach. Die Auswahl an schönen Vorlagen ist gross, aber ich fand schnell meine Favoriten und hatte die Karte im Nu zusammengestellt. Das Ganze funktioniert online, ohne spezielles Programm. Die Fotos sind schnell hochgeladen und eingefügt, man kann sie verschieben und so arrangieren wie man will und auch im Text ist man flexibel. Ich habe mich da aber an die bestehende Vorlage gehalten, die gefiel mir sehr gut.

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Zum Schluss haben wir noch die passenden Kuverts ausgesucht, das fand ich noch schön – so weiss man gleich, worum es sich handelt, wenn man den Brief erhält 🙂 An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei der Freundin entschuldigen, der ich nur das leere Kuvert zugeschickt habe (Stilldemenz!?) – dank dem angeschriebenen Kuvert wusste sie wenigstens, wer der Absender war 😀

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Auch die Kärtchen und Kuverts kamen, separat verpackt, eingeschlagen in etwas dickeres „Seiden(?)papier“. Die Kärtchen waren vorgefalzt, bei den Kuverts musste man lediglich den Streifen lösen um sie zukleben zu können – praktisch und schnell. Die Qualität des Papiers ist gut und auch die Fotos kommen gut rüber – wir sind sehr zufrieden.

Nun hoffe ich, dass die Empfänger (und Ihr Leser 🙂 das Kärtchen ebenso schön finden wie wir 😉 Mittlerweile müsste es nämlich bei fast allen angekommen sein…

Schaut doch auch mal bei Sendmoments vorbei wenn Ihr etwas gestalten und versenden möchtet – egal, ob Einladung, Geburtsanzeige, Hochzeitsmenu, Flyer und vieles mehr… wir bedanken uns herzlich für die tolle Zusammenarbeit!

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Unsere wunderbare Wassergeburt

Diese Geburt hat mich mit den ersten beiden versöhnt, kein Zweifel. Es war eine sehr ruhige und bewusste Geburt, die mich alles wahrnehmen liess. Völlig komplikationslos. Nicht, dass die ersten „schlimm“ waren, aber der Grosse entpuppte sich unter der Geburt als Sterngucker und Zange/Geflügelschere waren von Nöten, da ich mit der PDA da lag und die Maus kam ja derart schnell und kompromisslos auf die Welt, noch fast im Auto, dass ich nicht wusste, wie mir geschah und die Kontrolle abgab. Auch für meinen Mann waren die ersten Geburten nervenaufreibend während er bei dieser ganz entspannt bleiben konnte – ein schönes Erlebnis also für uns alle und auch die Baby-Maus kam sanft zur Welt.
Ich hoffe Ihr mögt die Fotos auch so sehr, wie ich. Die hat mein Mann gemacht… 

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Ja, jetzt kann ich es schreiben: eine Hausgeburt schwebte mir lange Zeit vor, aber als der Termin näherte, wurde mir bewusst, dass ich mich wahrscheinlich nicht wohl fühlen würde, wenn die Kinder hier wären und ginge es nachts los, auch wenn sie schliefen, so fürchtete ich, dass sie geweckt werden. Es kam aber auch nicht in Frage, dass sie jemand mitten in der Nacht holt. Nachdem wir dann reichlich spät endlich die Gebärabteilung besichtigt haben, fühlte ich mich dort gut aufgehoben, die Räume sahen ansprechend aus und ich wusste ja, dass meine Hebamme hier wie da, alleine, an meiner Seite sein würde. Also, lest nun, wie es war:

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Am CTG nach der Ankunft im Gebärsaal…

Schon seit Tagen rumorte es in mir. Vor allem abends spürte ich ganz leichte Kontraktionen, hatte aber nachts dann dennoch meine Ruhe… das kannte ich von den ersten beiden nicht, da ging es einfach irgendwann Mitternacht los. So rechnete ich dann auch am Sonntagabend, dem 15. Januar, nicht mehr mit einer baldigen Geburt. Aber weit gefehlt… noch vor Mitternacht wurde ich von Kontraktionen geweckt, die schon ein wenig stärker waren als an den vergangenen Tagen. Irgendwann stand ich auf, richtete ein paar Dinge und als ich mir der Sache sicher war, weckte ich kurz vor 1 Uhr meinen für einmal tief schlafenden Mann… auch er hat irgendwie nicht mehr damit gerechnet, denn die Nächte davor, fragte er mich jedes Mal, wenn ich aufstand, um auf’s Klo zu gehen, ob es los gehe.
Während ich dann Hebamme und Spital informierte, da ich aufgrund der schnellen Geburt der Maus kein Risiko eingehen wollte, rief er seine Mutter an, die innert 10 Minuten hier war. Wir fuhren gleich los. Die Fahrt war gut auszuhalten dieses Mal 😉
Im Spital angekommen, gegen 01.30 Uhr, wurde ich erstmal auf der bequemen Gebärliege ans CTG gehängt. Es war still, wenig Licht, angenehm. Es stand Wasser bereit, meine Hebamme legte Sachen parat, schrieb Dinge auf und ich veratmete, was da so anrollte, noch gut auszuhalten soweit. Die Wehen kamen nicht mehr, wie zuhause, im 5-Minuten-Takt, alles schien sich zu beruhigen. Das CTG zeigte auch kaum mehr welche an, die Herztöne waren gut. Mein Mann dachte, es war falscher Alarm, meine Hebamme meinte, dass die volle Blase einen manchmal in die Irre führte, aber ich war mir relativ sicher, dass ich nicht wieder nach Hause muss, auch wenn ich kurz Angst vor einem Geburtsstillstand hatte. Die 3. Geburt, sie begann schon ganz anders irgendwie, es stand alles offen. Doch der Untersuch nach dem CTG ergab einen schon 5-6cm geöffneten Muttermund. Die Wellen zogen wieder an, ich stand auf und veratmete weiterhin während die Wanne gefüllt wurde, da ich mir eine Wassergeburt wünschte, worauf ich weder bei der ersten noch bei der zweiten Geburt eine Chance hatte. Und so legte ich mich, mitsamt CTG, das die ganze Zeit am Bauch blieb, mich aber nicht störte, in die Wanne und veratmete weiter, die nicht ganz regelmässig kommenden Wellen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mir der Hypnobirthing-Kurs, auch wenn ich mich nicht perfekt vorbereitet hatte, wirklich half, denn ich konzentrierte mich einfach, so gut es ging, auf das Atmen. Ab und zu schaute ich auf die Uhr, gespannt, wie lange es wohl gehen würde… irgendwann legte mir die Hebamme noch einen Zugang und entnahm Blut, ich glaube wegen des Rhesus-Faktors (Anti-D, müsst Ihr googeln ;).
Als die Wellen intensiver wurden, kniete ich mich vorne an den Rand und lehnte mich dort an, das ging besser… bei jeder Welle massierte mir die Hebamme den Rücken, auch mein Mann war für mich da. Der Schmerz zeigte sich bald v.a. im unteren Rücken, was bedeutete, dass das Kind tiefer ins Becken rutschte. Die Hebamme untersuchte mich noch mal, sie meinte es fehle nur noch ein kleines Stück. Schon davor reichte das Ausatmen nicht mehr und ich musste tönen, um mit der Intensität des Drucks klar zu kommen. Jetzt, wo ich den Bericht schreibe, habe ich schon wieder vergessen, wie es sich anfühlte. Ein Spaziergang war es nicht, aber ich kann wirklich dankbar sein dafür, wie rasch und doch ruhig alles vor sich ging. Ab und zu legte ich mich nach einer starken Welle wieder hin um zu entspannen oder ich trank einen Schluck Wasser. Das ging eigentlich gut, das Erholen zwischen den Wellen… ich musste nicht gegen einen Sturm kämpfen.
Die Hebamme rief die Ärztin an, die bei der Geburt dabei sein sollte. Ich bekam kurz Panik beim Gedanken, dass noch eine weitere Person im Raum sein würde, jetzt, wo ich so ausgeliefert bin. Aber meine Hebamme beruhigte mich, dass sie gar nichts tun würde. Tatsächlich stand sie dann auch einfach nur im Türrahmen, schaute zu und verschwand dann wieder im Gebärsaal (vom Raum mit der Wanne durch eine Tür getrennt).
Bald war ich am Ziel, es wurde langsam unerträglich, wohl die Übergangsphase. Ein Untersuch zeigte dann auch, dass der Muttermund vollständig eröffnet war. Ich bekam ein paar Globuli, um „loslassen zu können“ und es half. Noch wenige, sehr intensive Wellen und ich spürte, dass die Maus jetzt kommt. Ich konnte nicht anders und schrie sie aus mir heraus. Mein Körper machte es fast von selbst, ich musste keine Kraft aufwenden um zu schieben, es passierte einfach mit mir. Gefühlt kamen Kopf und der Rest fast gleichzeitig. Um 3.36 Uhr war sie da, meine Hebamme fischte sie aus dem Wasser, das schaffte ich selber nicht, und legte sie mir auf den Bauch. Ich konnte es kaum fassen, dass es geschafft war. Ich war überglücklich. Die Baby-Maus hatte auch gleich gequiekt, alles bestens, alles dran J Mein Mann durfte die Nabelschnur durchtrennen, ich sah dabei zum ersten Mal zu. Ich bekam noch etwas gespritzt, damit sich die Plazenta vollständig lösen konnte, was sie dann auch bald tat. Ich musste gar nicht fest drücken und konnte sie dann auch zum ersten Mal, noch in der Fruchtblase, ansehen. Sie war recht gross und wohl auch ziemlich schwer. Das Wasser in der Wanne hatte sich blutrot gefärbt und erinnerte mich an „Der weisse Hai“. Und so half mir die Hebamme dann auch heraus und duschte mich ab. Ich zitterte noch eine Weile wie Espenlaub und wechselte danach mit etwas Hilfe auf die Gebärliege, wo ich erst mal, mit der Baby-Maus auf den Bauch, eine gefühlte Stunde lang unter örtlicher Betäubung genäht wurde. Ja, ich war wieder gerissen, aber dieses Mal weit weniger stark, tief und weit als bei der Maus. Ich hatte dann auch zuhause kaum Probleme mit der Naht.

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Geschafft! Erschöpft, aber glücklich!

Da ich eine ambulante Geburt wünschte, sollte ich die nächsten Stunden noch im Krankenhaus verbleiben, bis Mittag auf jeden Fall. Wir wurden also nach dem ersten Anlegen der Kleinen an die Brust und dem Check-up und Anziehen auf’s Zimmer gebracht, wo mich die Hebamme noch mit Joghurt versorgte (ich war sehr hungrig ;). Mein Mann blieb noch eine Weile, nahm dann einiges an Krempel mit (Wochenbettbinden, Geschenkköfferli und so) um zu Hause seine Mutter abzulösen und da zu sein wenn die Kinder aufwachen. Und eigentlich hätte er ein wenig schlafen sollen, was ihm wohl nicht mehr gelang… ich döste, was ging, denn sobald der Krankenhausbetrieb losging, war an Ruhe nicht mehr zu denken. Ständig kam jemand: von der Pflege, das Frühstück, die Visite, ich bekam nochmals Anti-D in den Zugang und eine furchtbar schmerzende Spritze gegen Thrombose in den Oberschenkel, Formulare kamen, die Fotografin, dann das Mittagessen, das Austrittsgespräch. Natürlich wäre nicht sooo viel los gewesen wenn ich noch geblieben wäre, aber was soll’s… um 13 Uhr kam mein Mann mit den Grossen, die ihre Schwester zum ersten Mal bestaunen und nun auch mit nach Hause nehmen durften.
Ich habe mich nach den ersten schlaflosen Nächten hinterfragt, ob die Entscheidung richtig war. Schliesslich bekam ich nur einmal am Tag für eine Stunde die Chance, eine Fachperson, meine Hebamme, zu sehen. Im Spital hätte ich jederzeit klingeln können. Für Essen wäre gesorgt, die Baby-Maus hätte nachts auf der Station getröstet werden können und mein Mann hätte es mit den Grossen alleine auch besser gehabt (das tut mir schon leid…) Aber in Ruhe schlafen kann man dort eben nie weil ständig jemand reinkommt oder man auch einfach den Betrieb auf dem Gang wahr nimmt. Zudem hätte mir ja niemand garantieren können, dass ich als allgemein Versicherte überhaupt ein Zimmer für mich gehabt hätte. Da hatte ich gerade Glück weil sonst niemand da war. Ob die Entscheidung richtig war, keine Ahnung, aber zuhause fühlte ich mich wohler, wenn auch allein gelassen so ohne „Klingel“ für Notfälle. Aber das musste ich in Kauf nehmen…

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Kuscheln beim genäht werden…

Hier nochmals die Daten der Baby-Maus:

Montag, 16. Januar, 3.36 Uhr
4240g
51cm

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Erstes Stillen…

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SSW 40+1 – Letztes Update vor der Geburt

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CTG: oben Herztöne, unten Wehenkurve. Die Spitzen waren Huster, die Hügel leichte Wehen.

Es ist soweit… bald… und deshalb ist dies das letzte, reguläre Update… ich denke nicht, dass ich nochmals eins schreiben werde 😉 Heute Morgen durfte ich nämlich erneut zum CTG beim FA antraben… und nach dem danach üblichen vaginalen Untersuch (ja, immer sehr angenehm :P) meinte mein Arzt, dass es „butzereif“ sei. Ja, das war sein Ausdruck und wer damit nicht viel anfangen kann, es heisst wohl so viel wie: alle Zeichen stehen auf Geburt… es wird bald los gehen… Nun, auch der beste Arzt kann nicht sagen, wann es denn wirklich losgehen wird. Alles reine Spekulation. Es gibt Frauen, die haben Wochen und Tage vor der Geburt schon (starke) Wehen, Frauen, die mit halb geöffnetem Muttermund sehnlichst auf die Geburt hoffen und nichts tut sich…
Und bei mir? Es ist so, dass ich nach dem letzten Termin beim FA am DI recht nervös war und von da an auch leichte (Senk?)wehen wahrnahm, v.a. abends… ich versuchte mich dann einfach auszuruhen… die Nächte waren dann aber erstaunlich ruhig und v.a. gut! Ich hatte kaum Husten, wachte einfach 2, 3, vielleicht 4x auf und musste auf die Toilette. Der Mann fragte dann jeweils, ob ich Wehen hätte… der ist nämlich zusehends nervös und seit gestern ist sein Handy auf laut gestellt *g*. Morgens war ich jeweils erstaunlich fit! Ich wachte vor dem Wecker auf und war gar nicht müde… da gönnte mir wohl mein Körper nochmals ein wenig Erholung damit ich fit bin für die Geburt?
img_7284Tagsüber spürte ich dann zwischendurch schon die Müdigkeit, dann legte ich mich einfach hin… auch kann ich natürlich nicht mehr lange sitzen, so wie jetzt am PC. Schnell tut mir der Rücken weh… Rumlaufen ist auch nicht angenehm, aber ich kann nicht sagen, dass ich die Nase voll hätte… es geht mir soweit gut.
Heute sind wir alle vor dem Wecker aufgestanden und die Maus lief zum Glück nach anfänglichem Protest dann doch mit dem Nachbarskind in den Kindergarten, worüber ich sehr froh war.
Gestern habe ich noch Müll in der Deponie entsorgt, die Maus war an der Geburi-Party und abends habe ich die Nähmaschine verstaut, im Wissen, dass ich mich da nun nicht mehr heransetzen werde… ich war zu nervös an den Vormittagen… theoretisch hätte die Maus heute Nachmittag noch Waldspielgruppe, aber ich zweifle, dass sie will, und ich denke, dass es vlt besser ist, wenn wir zuhause bleiben. Aber mal sehen… die Kinder sind in den letzten Tagen nachts teilweise aufgewacht, gestern der Grosse, der irgendwann zu uns kam (das Familienbett verliess er vor 2 Tagen). Ich denke, auch sie spüren was…

Nun wünsche ich allen eine gute Restwoche und wer mir auf Facebook, Twitter oder Instagram folgt, der wird erfahren, wenn es soweit ist 😉 Hier auf dem Blog könnte es nun eine Weile ruhig bleiben… ich bin so aufgeregt, mir fällt fast das Herz in die Hose… drückt mir die Daumen!

ET-1: Fehlalarm?

Nachdem ich mich schon am Sonntag total verkopft habe, es ginge gleich los, wurde ich heute erneut auf die Probe gestellt, als ich am Morgen eine kleine Menge Blut auf meinem Klopapier fand… bei der Maus passierte das abends und in der Nacht ging es dann los… ich, die ich doch am Morgen noch in Ruhe etwas nähen wollte, verfiel dann in Nervosität und räumte noch hektisch ein paar Sachen herum: verstaute Wäsche, bezog das Beistellbett mit einem Laken und packte schnell ein Set Babykleidung in eine Tasche, die ich dann unten bereit stellte. Zum Glück lenkte mich dann ein Whatsapp-Chat ab, in dem ich einiges mit der Gründerin einer Tragetuchfirma besprach. Und schliesslich schaffte ich es dann, immer noch nervös, eine Pizza fürs Mittagessen vorzubereiten. Danach ging’s… ich wusste ja, dass ich um 14 Uhr beim Frauenarzt erwartet werde und wollte vorher noch rasch unter die Dusche.
img_7247Die Maus musste mit zum Termin da die Schwiegermutter ja krank ist… Das CTG war soweit wohl OK, auch wenn sich während der 30min auf der „Wehen-Kurve“ (rechts auf dem Foto) einmal ein Hügelchen ergab… (die Spitze war nur der Husten :D) aber mein Arzt sagte nix dazu… Die Herztöne des Babys, das recht aktiv war, schwankten zwischen 128 und 177… aber auch das kommentierte er nicht. Er meinte lediglich, mein Blut sähe besser aus (in Bezug auf das Eisen, das ich jetzt ja nehmen muss) und ich wirke gesünder (beim letzten CTG musste ich ja ziemlich husten). Dann untersuchte er mich kurz und stellte, wie immer, keine Prognose… er meinte, ein paar Tage könne es schon noch dauern und als ich das mit dem Blut erwähnte, sagte er etwas in der Art, dass das schon sein könne, fest verschlossen sei es nicht mehr, aber noch nicht so reif, dass es jetzt gleich herausplumpse. Es könne heute Nacht soweit sein oder aber eben in ein paar Tagen und er müsse jetzt natürlich engmaschiger kontrollieren, sprich, am Donnerstagmorgen müsste ich wieder zum CTG antreten, sollte es bis dann nicht da sein. Und am Samstag soll ich ja laut Hebamme direkt zur Kontrolle ins Spital. Ich hatte noch nie eine Kontrolle im Spital, wäre also neugierig darauf, aber mal sehen, was das Baby dazu meint 😉
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Die Maus und ich haben dann noch Besorgungen gemacht und nehmen es jetzt gemütlich zuhause… morgen wird es ein wenig stressig weil ich sie auf Mittag(!) an eine Geburtstagsparty im Unterland fahren muss, zusammen mit dem Grossen. Da die Kinder selten vor 11.45 Uhr zuhause sind und es ein ziemliches Stück zum Fahren ist bis dahin, wird sie wohl ein wenig zu spät kommen. Und um 14 Uhr muss ich dann auch schon wieder los um sie zu holen aber der Grosse hat eigentlich ein Playdate ausgemacht, zumindest meinte er, dass ein Junge aus der Klasse dann kommen wolle… leider sprechen dessen Eltern glaub’s nicht wirklich deutsch, so dass ich nicht weiss, wie ich kommunizieren soll, dass wir vor 15 Uhr eher nicht zuhause sein werden oder er vielleicht an einem anderen Tag kommen möge…
img_7241Ihr seht schon, der Alltag lenkt mich ein wenig ab und das ist gut so… 🙂
Übrigens: auch heute brauchte die Maus meine Begleitung in den Kindergarten… dasselbe Spiel: sie wollte sich nicht anziehen (lassen), versteckte sich sogar unter dem Tisch… weinte… aber als sie da war, ging’s dann wohl und mittags kam sie, wie gestern schon, fröhlich wie immer nach Hause… ach… in der Nacht war sie kurz wach und hatte Angst, vielleicht ein Traum und vielleicht hat meine Maus halt auch ganz feine Antennen und sie spürt, dass es bald eine Veränderung geben wird…

Gastbeitrag von Nora Imlau zum Thema Geburt

Langsam rückt das Thema Geburt bei mir in den Fokus, denn viel länger als eine Woche wird sie nicht mehr auf sich warten lassen. Ich mache mir viele Gedanken, vieles könnte bei dieser Geburt anders werden, vielleicht aber auch nicht. Je weniger vorhersehbar etwas ist, desto mehr Gedanken macht man sich darüber, nicht wahr? Auf jeden Fall waren wir heute mit den Kindern auch endlich im nahegelegensten Spital und haben uns die Geburtenabteilung bzw. die Gebärsäle angesehen. Besonders für meinen Mann war es wichtig zu wissen, wo, wie, was an Tag X. Und auch ich wollte die Säle zumindest mal gesehen haben. Und ich war positiv überrascht denn meine Kinder kamen in einem kleineren Spital zur Welt, deren Geburtsabteilung mittlerweile geschlossen wurde. Beide Säle sahen gemütlich aus und es gab in beiden eine Wanne. Zudem war die Freude gross, dass zufällig eine liebe Hebamme da war, die ich schon lange kenne (aus meinem Trageberatungs-Grundkurs vor Jahren).

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Nora mit ihrem Sohn Jakob zwei Wochen nach der Geburt. Bild Christoph Luttenberger

Nun aber zu Nora Imlau. Auch sie kenne ich schon lange, da sie sich als Journalistin und Fachautorin zu bindungsorientierten Themen wie Stillen, Tragen etc. einen Namen gemacht hat. Sie ist Mutter von drei Kindern, schreibt für die Zeitschrift „Eltern“ und veröffentlichte u.a. das Buch „Das Geheimnis zufriedener Babys„und „Das Geburtsbuch„, das ich während unserer Sommerferien verschlungen habe 🙂 Es folgt nun ein Auszug aus letzterem:

Gastbeitrag von Nora Imlau:
Birth Matters – Warum unsere Geburten so wichtig sind

»Es ist nicht egal, wie wir geboren werden« – vor dreißig Jahren war dieser Satz des französischen Frauenarztes Michel Odent eine echte Provokation. Denn in der gesamten industrialisierten Welt hatte sich zu diesem Zeitpunkt eine Geburtshilfe durchgesetzt, die nur ein Ziel kannte: Hauptsache, Mutter und Kind überleben. Unter welchen Umständen, schien nebensächlich. Eine Geburt sollte schließlich nicht schön sein, sondern vor allem sicher. Oder?

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„Das Geburtsbuch“ ist erschienen im Beltz-Verlag

Seither hat sich viel getan: Die »Geburt ohne Gewalt«, die der Gynäkologe Frédérik Leboyer in den 1970er Jahren in einem viel gelesenen, emotionalen Plädoyer forderte, hielt in mehr und mehr Kreißsälen Einzug. Partner durften nun zur Geburt mitkommen. Schwangere Frauen bekamen zusehends individuelle Hebammenunterstützung statt Rasur, Einlauf, Lachgas und Dammschnitt. Neugeborene wurden unmittelbar nach der Geburt nicht mehr auf den Po geklapst, damit sie besser atmeten, sondern kamen stattdessen gleich zu Mama auf die Brust.

Doch eins hat sich nicht verändert: Wie die Mutter die Geburt erlebt, ob sie sich dabei unterstützt oder allein gelassen, gestärkt oder geschwächt fühlt, wird heute noch oft als Nebensache betrachtet. »Hauptsache gesund«, bekommen Frauen nach schwierigen Geburten zu hören, als sei das das einzige, was zählt: Mutter und Kind gesund, alles gut. Dabei wissen wir heute: Die Geburten der eigenen Kinder gehören zu den prägendsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Der Schmerz und die Kraft, die Angst und die Zuversicht, die Unterstützung und die Einsamkeit die wir in diesen Stunden und Minuten spüren, graben sich tief in unsere Seele ein. Nie sind wir verletzlicher als in diesem Moment. Es ist deshalb Zeit, das berühmte Odent-Zitat zu ergänzen:

Es nicht nicht nur nicht egal, wie wir geboren werden – es ist auch nicht egal, wie wir gebären!

Wollen wir als Gesellschaft starke, selbstbewusste Mütter, müssen wir also gute  Bedingungen für gute, stärkende Geburten schaffen, aus der Frauen körperlich und seelisch möglichst unverletzt hervorgehen. Doch was heißt das konkret?

Eine gute Geburt

Was wünschen sich Frauen für eine Geburt? Verschiedene internationale Studien zeigen: Der Großteil aller Schwangeren wünscht sich eine normale, natürliche Geburt – auch wenn in der medialen Berichterstattung über den Trend zum Wunschkaiserschnitt häufig ein anderes Bild gezeichnet wird. So gaben etwa 96,3 Prozent aller schwangeren Frauen in einer Untersuchung der Universität Osnabrück an, auf eine natürliche Geburt zu hoffen, nur 3,3 Prozent wünschten sich einen Kaiserschnitt. Das heißt: Heutige Schwangere sind sich keineswegs zu fein zum Pressen, wie ihnen immer wieder unterstellt wird, im Gegenteil: Der Wunsch nach einer natürlichen Geburt ist groß – und die Enttäuschung, wenn die Geburt anders lief als erhofft, dementsprechend verbreitet.

Wie soll aber die natürliche Geburt ablaufen, damit sie als gute Geburt erlebt wird? Auch da haben Schwangere klare Vorstellungen: Sie wünschen sich, dass die Geburt nicht allzu schmerzhaft ist und nicht allzu lange dauert. Außerdem wollen sie sich die gesamte Zeit über sicher und gut begleitet fühlen und sich keine Sorgen um ihre eigene Gesundheit oder die ihres Kindes machen müssen. Fast alle Frauen wünschen sich außerdem, unter der Geburt nicht nur von professionellen Geburtshelfern, sondern auch von mindestens einem vertrauten Menschen begleitet zu werden. Ganz oben auf der Wunschliste dafür steht bei den meisten der eigene Partner, manche wünschen sich aber auch ihre Mutter, ihre Schwester, eine enge Freundin oder eine Doula als Geburtsbegleiterin. Nur sehr wenige Frauen wünschen sich explizit, bei der Geburt ganz alleine zu sein.

Damit der Wunsch kein Wunschtraum bleibt: Eine gute Geburt planen

Schwangere bekommen immer wieder den Tipp, ganz unvoreingenommen in die Geburt ihres Kindes hinein zu gehen und bloß keine Pläne zu machen: Nachher käme ohnehin alles anders! In diesem Rat steckt durchaus ein Funken Wahrheit: Jede Geburt ist eine Wundertüte, niemand weiß im Vorhinein genau, was passieren wird – sich da eine gewisse Beweglichkeit im Kopf und im Herzen zu bewahren, ist sicherlich keine schlechte Idee.

Doch deshalb auf jegliche Planung zu verzichten und einfach darauf zu vertrauen, dass die Geburt schon gut gehen wird, ist zumindest riskant: Schließlich gibt es leider eine Menge Frauen, die verletzt und unglücklich aus der Geburt ihres ersten Kindes herausgehen und sich wünschen, sie hätten sich vorher besser informiert und sich anders vorbereitet. Ihre Erfahrungen sollten Schwangeren keine Angst machen (denn Angst ist niemals ein guter Ratgeber), sie können uns aber durchaus sensibilisieren: Dafür, wie wichtig es ist, uns im Vorhinein in Ruhe zu überlegen, was genau uns für die Geburt wichtig ist. Und wie wir jetzt schon dafür sorgen können, es auch zu bekommen. Denn eine Geburt ist nichts, was uns einfach passiert. Eine Geburt ist eine Erfahrung, auf die wir uns vorbereiten und deren Rahmenbedingungen wir gestalten und planen können. Um uns dann fallen lassen zu können und darauf zu vertrauen, dass alles gut gehen wird.

Das Geheimnis guter Geburtsbedingungen

Spannenderweise hat die Natur nicht nur dafür gesorgt, dass wir Frauen körperlich gut durch die Geburt kommen – sondern auch dafür, dass wir die Erfahrung seelisch gut überstehen. Dafür stellt unser Körper nämlich mit Einsetzen der Geburtswehen einen ganz speziellen Cocktail aus verschiedenen Hormonen zusammen, der unsere Blutbahnen überschwemmt und beeinflusst, wie wir die Geburt erleben. Und diese Hormone haben es wirklich in sich! Sie regen die Wehen an, lindern gleichzeitig die Geburtsschmerzen, bringen uns in Trance, geben uns Energie und Durchhaltevermögen und öffnen gleichzeitig unser Herz ganz weit für den kleinen Menschen, der da kommen wird – und all das, ohne dass wir etwas Besonderes dafür tun müssten.

Klingt zu gut um wahr zu sein, und auch gar nicht nach dem, was viele Frauen von ihren Geburten erzählen. Oder? Nun ja: Diese Botenstoffe gibt es garantiert, und ihre Wirksamkeit als Wehenbeschleuniger, Schmerzlinderer, Beruhigungsmittel, High-Macher und Liebeshormon sind wissenschaftlich zweifelsfrei belegt. Die Sache hat nur einen Haken: Die natürlichen Geburtshormone können den Geburtsverlauf und das Geburtsempfinden der Frau zwar nachweislich positiv beeinflussen, das klappt aber nur unter bestimmten Rahmenbedingungen: viel Ruhe, nur dämmeriges Licht, wenig direkte Ansprache, wenig Berührungen, keine Panik. Nicht umsonst nennt der Frauenarzt Michel Odent das Hormon Oxytocin, eines der wichtigsten Hormone in diesem speziellen Geburts-Mix, ein »scheues Hormon«: Seine Ausschüttung wird durch Stress, Angst und Anspannung wirkungsvoll verhindert.

Bei den anderen Geburtshormonen sieht das nicht anders aus. In der Geschichte unserer Art war es schließlich sinnvoll, die Geburt eines Babys unter schlechten Geburtsbedingungen – etwa auf der Flucht oder in anderen hektischen Situationen – möglichst lange aufzuhalten. Gute Geburtsbedingungen hingegen waren stets geschützte Geburtsbedingungen: Wenn eine Frau im Kreis anderer Frauen im Schein des Feuers ohne Störungen von außen in Ruhe ihr Kind kriegen konnte. Kein Wunder, dass sich die wunderbaren Geburtshelfer der Natur in unseren modernen Geburtskliniken heute kaum noch blicken lassen: Dass auch helles Licht, häufige Personalwechsel und viel hektische Betriebsamkeit ein sicheres Geburtsumfeld bedeuten können, ist in unseren Körpern einfach noch nicht angekommen.

Fortschrittliche Geburtsorte setzen deshalb heute ganz bewusst auf Geburtsbedingungen, die es unseren körpereigenen Geburtshelfern leicht machen, Frauen bei der Geburt zu unterstützen: Wo wir uns sicher und geborgen fühlen, uns frei bewegen und zurückziehen können, wo das Licht gedimmt ist und Gespräche allenfalls in gedämpftem Tonfall geführt werden, und wo wir in Begleitung vertrauter Menschen sind – da lassen sie sich hervorlocken und sorgen nachweislich dafür, dass wir weniger Schmerzmittel brauchen, seltener einen Kaiserschnitt bekommen und die Geburt nacher in besserer Erinnerung haben.

Gut durch die Geburt: Wie Mütter sich selbst helfen können

Gebären heißt: Sich öffnen. Und das klappt umso besser, wenn es Frauen gelingt, trotz aller Anstrengung und aller Schmerzen nicht gegen die Wehen anzukämpfen, sondern loszulassen, mitzuarbeiten und sich ganz bewusst „aufzumachen“. Diese fünf Tricks können dabei helfen:

  1. Das Geheimnis der richtigen Atmung

Atmen üben die meisten Frauen im Geburtsvorbereitungskurs. Und kapitulieren dann trotzdem schnell angesichts der Wehenwucht. Diesen Schmerzen einfache Atemübungen entgegen zu stellen, erscheint vielen in diesem Moment als geradezu lächerlich: Ein bisschen Sauerstoff ersetzt doch kein richtiges Schmerzmittel! Oder? Sagen wir es so: Dass gutes Atmen die Schmerzen ganz verschwinden lässt, ist tatsächlich selten. Aber die Erfahrung vieler Frauen zeigt, dass gutes Atmen vorher schier unaushaltbare Wehen tatsächlich erträglich machen kann. Wenn Frauen – wie viele Gebärende – die Atemübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs in diesem Moment total vergessen haben, sollten sie deshalb keine Scheu haben, ihre begleitende Hebamme um Atem-Unterstützung zu bitten: Kommt man gemeinsam in den richtigen Rhtyhmus, etwa aus langsamem tiefem Einatmen und prustendem Ausatmen, wird die Geburt tatsächlich leichter.

  1. Tönen macht offen

Es soll professionelle Sopranistinnen geben, die sich in den höchsten Tönen durch die Geburt singen. Für die meisten Frauen aber gilt: Die tiefen Töne sind es, die uns durch die Wehen helfen. Dabei ist es völlig egal, ob sie im Alltag gerne singen oder nicht: Das Tönen unter Geburtswehen hat ohnehin nichts mit klassischem Gesang zu tun, sondern ist eher eine hilfreiche Strategie für uns modern sozialisierte Frauen, in die Klangwelt jener Urlaute zu finden, die Frauen seit jeher überall auf dem Globus beim Gebären helfen. Und so geht’s: Durch die Nase einatmen, kurz die Luft anhalten, ich finde ja, dass Luft anhalten nicht günstig ist. und dann durch den Mund mit einem laaaangen, gesungenen Ton auf „Aaaaaah“  wieder ausatmen. Die weite Öffnung des Mundes führt dabei unterbewusst dazu, dass wir auch an einer anderen Stelle unseres Körpers „aufmachen“ – da, wo das Baby raus soll nämlich.

  1. Die Macht der Bilder

Zugegeben: Dass Bilder in unserem Kopf das Geburtsgeschehen beeinflussen sollen, klingt etwas esoterisch. Aber es funktioniert wirklich: Stellen sich Frauen während der Eröffnungsphase eine sich öffnende Blume vor – besonders gut geht das mit einer Sonnenblume oder einer Lotusblüte da weiß immer keine Frau, was das ist. – öffnet sich ihr Muttermund tatsächlich schneller. Wieso das genau funktioniert, weiß keiner – aber die Macht solcher Bilder hat schon vielen Gebärenden geholfen.

  1. In den Schmerz atmen

Wehen können an ganz unterschiedlichen Stellen wehtun: Im Bauch, im Rücken, im Becken, in den Beinen … Wo immer Frauen die Schmerzen auch spüren – manchmal hilft es, zu versuchen, genau an diesen Ort hin zu atmen. Klingt erstmal seltsam, weil Luft natürlich immer in die Lunge geht, hilft aber wirklich: Wenn wir unsere Atmung gedanklich auf eine bestimmte Stelle unseres Körpers richten, ist sie kurze Zeit später nämlich tatsächlich messbar besser durchblutet.

  1. Die Kraft der Zärtlichkeit nutzen

Was passiert in unsrem Körper bei einem leidenschaftlichen Kuss? Die meisten Frauen kennen das Gefühl: Es „kribbelt da unten“ – die Vagina wird offen, weich und feucht. Und das ist nicht nur gut, wenn man Sex haben will. Sondern auch für eine Geburt. Was für viele Frauen erstmal befremdlich klingt, ist für die meisten Hebammen ein offenes Geheimnis: Sexualität und Geburt liegen viel näher beieinander, als wir oft meinen – und zärtliche Küsse können tatsächlich dabei helfen, die Geburt voranzubringen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir, liebe Tamara, eine ganz wunderbare dritte Geburt!

Deine Nora Imlau

Mehr über Nora Imlau: 
www.nora-imlau.de
www.facebook.com/Imlau.Nora

Vielen Dank, liebe Nora Imlau, für das zur Verfügung stellen dieses Gastbeitrags & natürlich für die guten Wünsche & weiterhin viel Erfolg bei allem, was Du anpackst! 🙂

Buchrezension: „Das Wochenbett“

Loretta Stern, Anja Constance Gaca: Das Wochenbett. Alles über diesen wunderschönen Ausnahmezustand. Für Mütter und Väter.

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen, ich weiss selber nicht, wie ich so schnell sein konnte. (Hier war es schon lange und ich komme abends endlich dazu, die vielen Bücher zu lesen 😉 Vielleicht, weil es mich direkt wieder zurück versetzte in meine beiden Wochenbetten, die ich schon hinter mir habe und die aber dennoch so intensiv waren, dass man sie nicht so schnell vergisst. Beide Male waren schwierig und vieles, was im Buch vorkommt, habe ich durchgemacht: die Stillprobleme, die Dammverletzungen, die HeultageUnsicherheit, viele Hebammenbesuche, die mir gut taten, der Schlafmangel, die Tage im Pyjama verbringen, keine Besucher sehen wollen, sich aber über die besonders freuen, die eine fertig gekochte Lasagne brachten oder eine Bestellung aus der Apotheke erledigten damit ich nicht selber los musste; nach zwei Wochen jeweils auf mich allein gestellt zwischen Milchpumpe und Stillversuchen, Wundversorgung und, erst mit einem, das zweite Mal mit zwei Kindern. Die Familienhilfe, die kam, um mal sauber zu machen oder zu kochen… Die Autorinnen des Buches schrieben von einem „Abenteuer“ – das ist es wirklich. Während in anderen Kulturen das Wochenbett richtig zelebriert wird und sich die Frauen des Dorfes um die Wöchnerin kümmern damit diese rundum versorgt ist, sind hier viele allein mit sich. Ja, es gibt Ärzte, Hebammen, Still- und Mütterberaterinnen, die man anrufen/aufsuchen kann, die einem besuchen, aber niemand ist permanent da und sorgt sich ausser vielleicht die vielen Facebook-Gruppen, ja, die helfen auch… Aber der so dringend nötige und wichtige Vaterschaftsurlaub wurde bisher nicht gesetzlich verankert. Wer seine Frau daheim unterstützen und die ersten Wochen mit Baby miterleben und mit-hineinwachsen will, muss Urlaub nehmen, es sei denn er hat das Glück, in einer besonders familienfreundlichen Firma zu arbeiten.
Ja, das Wochenbett, obwohl ich die letzten beiden nie vergessen werde, verdrängt muss ich doch vieles haben denn erst beim Lesen kamen die ganzen Erinnerungen hoch. Präsent waren bei mir v.a. die Stillprobleme, die ich dieses Mal mit meiner Hebamme zusammen hoffentlich etwas mehr in Schach halten kann, dass aber die Toilettengänge anfangs eine Qual waren, dass beide Kinder beim Stillen immer sofort einschliefen, aber auch gleich wieder aufwachten, wenn ich sie hinlegen wollte, dass man noch eine ganze Weile seine Schwangerschaftsjeans trägt, weil die alten noch nicht passen – das habe ich irgendwie ausgeblendet. Insofern war es wohl gut, sich mit der Lektüre des Buches nochmals darauf vorzubereiten, was alles auf mich/uns zukommen kann… eins ist klar, dieses Mal will ich keine einzige Nacht im Spital verbringen, dort fühlte ich mich nie wohl. Mit der Maus bin ich nach 2,5 Tagen schier heim „geflüchtet“, nachdem man mir das Okay nur zögerlich gegeben hatte. Aber ich habe mein Zuhause, meine Männer soooo vermisst, keinen Tag länger hätte ich es ausgehalten alleine in diesem Zimmer, in das ständig jemand reinplatzte, in einem Haus in dem auch nachts noch Betrieb herrscht und Dich niemand schlafen lässt wenn Du endlich mal könntest…
Nun aber auch noch was zum Buch… 😉 Es ist gegliedert in „Das wichtigste Wochenbettwissen“ sowie einen Mütter- und einen Väterteil, wobei der Väterteil nur 13 Seiten aufweist, die mein Mann quer überflog. Ich finde ja, die Väter dürfen ruhig das ganze Buch lesen oder zumindest noch den Wissensteil und natürlich die Einführung über die Bedeutung des Wochenbetts.
Im Wissensteil werden alle wichtigen Themen rund ums Baby von A-Z beschrieben, was sehr hilfreich ist. Mittels Register am Schluss des Buches kann man auch selber gezielt nach Themen suchen, weshalb das Buch nicht nur als Vorbereitung auf’s Wochenbett dient, sondern auch währenddessen als Nachschlagewerk.
Im Wissensteil finden sich auch einige gute Rezepte, die man schon mal dezent seinem Mann oder der (Schwieger)mutter mitteilen kann 😉 Ganz toll finde ich darin übrigens den „Brief an den idealen Wochenbettbesucher“, den muss ich aus meiner Sicht auch mal so verfassen bevor es los geht… 😉
Die Themen im Mütter- und Väterteil sind übrigens, natürlich, fast dieselben, nur sind sie eben für die Mütter ausführlicher beschrieben. Es geht um die Verarbeitung der Geburt, wie es dem Körper und der Psyche danach ergeht, über das Stillen, über das Schaffen persönlicher Wohlfühlmomente für beide Elternteile sowie die Beziehung nach der Geburt, die sich, gerade nach dem ersten Kind, verändern wird.
Das Buch will aber keinen einschüchtern, nein, es liefert viele, wertvolle Tipps, u.a. auch, was man schon in der Schwangerschaft vorbereiten kann. Es macht Mut, seine Bedürfnisse zu äussern, Hilfe einzufordern und so das Wochenbett zu dem zu machen, was es sein sollte, nämlich Ruhe nach den Strapazen der Geburt, viel zu liegen, mal alles beiseite zu lassen, was gerade nicht so wichtig und dringend ist, und Körper und Seele Zeit zu geben, sich zu erholen und zu heilen.

Eine der Autorinnen, Anja Constanze Gaca, schreibt übrigens, gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren den überaus wertvollen Elternblog Vonguteneltern.de, den ich sehr schätze. Sie ist Hebamme, Still- und Laktationsberaterin und hat drei Kinder.
Loretta Stern ist eine Schauspielerin, Sängerin und Fernsehmoderatorin, die angeregt durch eigene Erfahrungen über Baby- und Kleinkindthemen zu schreiben begann.

Ich kann dieses Buch jeder Schwangeren (und dem werdenden Papa) empfehlen als Lektüre für die letzte Zeit… 🙂

„Das Wochenbett“ ist erschienen im Kösel-Verlag und u.a. hier„target=“_blank“>hier erhältlich.

Unser Hypnobirthing-Wochenendkurs – Geburtsvorbereitung

Es war wohl erst nach der Geburt der Maus dass ich das erste mal von „Hypnobirthing“ las. Erst skeptisch, dann überzeugter… „eine fast schmerzfreie Geburt“ hiess es damals. Ich las begeisterte Erfahrungsberichte. Kurse in der Nähe gab es aber nicht. Da ich auch in naher Zukunft kein weiteres Kind erwartete, legte ich das Ganze wieder ad acta. Dennoch stiess ich in den letzten Jahren immer mal wieder auf das Thema. Sei es in Büchern, Zeitschriften oder in den sozialen Medien… ich sah‘ mir auch das eine oder andere Youtube-Video dazu an. Alles klang und sah vielversprechend aus und ich nahm mir vor, dass ich, sollte ich wieder schwanger werden, einen solchen Kurs besuchen würde. Gesagt, getan. In dieser Zeit sollte sich sogar in meiner unmittelbaren Nähe mit „Mentale Geburtsvorbereitung“ ein Angebot etablieren. Es begegnete mir auf Facebook und eine Bekannte erzählte mir bei einer Trageberatung auch davon und erlebte tatsächlich eine schöne Geburt. Nun musste ich nur noch meinen Mann überzeugen und mich anmelden 😉
Wir entschieden uns dann für einen Kurs an zwei Samstagen, da die Kinderbetreuung so für uns am einfachsten zu „managen“ war (möglich sind auch Abendkurse, was für noch kinderlose Paare sicher ideal ist). Klein wie unser Land ist, lernte ich unsere Kursleiterin Vanessa sogar noch persönlich beim Sport kennen bevor der Kurs startete. Und zu unserem Glück kannten wir dann sogar das 2. Paar im Kurs, was für mich schon auch sehr toll war weil so eine ganz vertraute Atmosphäre herrschte…

Bevor wir den Kurs besuchten, erhielten wir das Begleitbuch mit CD von Marie F. Mongan und ich las es mir einmal durch… was ich schon kannte, übersprang ich. Es gab auch schon einige konkrete Stellen, z.B. in Bezug auf das Atmen. Ich konnte mir das Ganze aber irgendwie nicht so recht vorstellen und war drum umso gespannter auf den Kurs.

Am ersten Samstag fuhren wir also neugierig (ich) und etwas skeptisch (mein Mann) hin und wurden sehr herzlich von Vanessa im Kursraum empfangen (einen Korb mit Gipfeli am Morgen macht bei mir neben einem netten Lächeln schon viel aus ;). Auf dem Tisch lag schon ein Skript bereit, mit dem wir noch arbeiten würden. Es macht wenig Sinn, wenn ich Euch jetzt den ganzen Kurs rekapituliere, aber ich hoffe trotzdem, dass Ihr Euch einiges darunter vorstellen könnt…
Gestartet sind wir nach einer Vorstellungsrunde mit einem theoretischen Teil, der erst mal unsere Fragen bezüglich „Hypnobirthing“ klärte. Wir sahen uns dazu auch ein Video einer sehr entspannten Hypnobirthing-Geburt im Wasser an. Unter (Selbst)hypnose stellen sich ja die meisten Menschen Dinge vor, die sie aus dem Fernsehen kennen und halten es entweder für totalen Humbug oder gar für etwas „Gefährliches„. Wir lernten aber, dass es sich dabei schlicht um einen ganz normalen Zustand handelt, in dem wir uns selber regelmässig befinden, z.B. wenn wir irgendwo hin fahren und dabei mit den Gedanken soweit weg sind, dass wir uns plötzlich fragen, wie wir eigentlich hier her gekommen sind. Das passiert mir tatsächlich oft. Auch wenn wir uns vollkommen in eine Sache vertiefen, befinden wir uns in einer Art Selbsthypnose, auch wenn das völlig unbewusst geschieht. Dass dieser Zustand uns auch während der Geburt helfen kann, zu entspannen, die Wehen (bzw. Wellen, dazu später mehr) gut zu ertragen und das Baby ohne Angst und grosse Schmerzen (denn Angst führt zu Verspannung und dadurch automatisch zu Schmerz) auf die Welt zu bringen, leuchtete bald ein. Eine gänzlich schmerzfreie Geburt verspreche Hypnobirthing nicht, und das fand ich auch gut, denn das wäre doch zu schön um wahr zu sein bzw. würde dem Ganzen einen nicht mehr so realistischen Touch geben. Aber es werde bestimmt um einiges leichter, medizinische Massnahmen oder auch Schmerzmittel würden seltener – eine natürliche Geburt, ganz im Vertrauen an den eigenen Körper. Und sollte es doch zu Komplikationen kommen, so könne man dem mit den erlernten Entspannungsübungen etc. gelassener entgegen sehen.
Und so ging es dann auch bald an konkrete Übungen. Wir machten an den beiden Kurstagen einige Entspannungsreisen, löschten Bilder im Unterbewusstsein, die uns noch stören könnten, übten die verschiedenen Atmungen, die uns während der Geburt helfen würden und unser Partner wurde in all das genau so miteinbezogen, durfte aktiv mit uns üben, lernte eine Massagetechnik kennen etc.
Wie aber auch bei einem „herkömmlichen“ Geburtsvorbereitungskurs, befassten wir uns u.a. mit unseren Wünschen an eine schöne Geburt, schauten, was wir im Vorfeld noch organisieren müssen und was ganz konkret im Geburtsverlauf alles wichtig ist bzw. was wir in welcher Situation anwenden können. Ein Thema war dabei natürlich auch das Spital und das Personal, das bei den meisten Geburten natürlich auch eine grosse Rolle spielt, und das besondere Hypnobirthing-Vokabular. Als Beispiel werden, wie schon genannt, die Wehen Wellen genannt, weil mit Wehen automatisch Schmerz verbunden wird, eine Welle aber die Kontraktionen der Gebärmutter eigentlich viel besser und natürlich positiver beschreibt. Auch das Wort „pressen“ streichen wir und ersetzen es mit „nach unten schieben/atmen“, was den Vorgang etwas treffender beschreibt. Die meisten Hebammen würden heutzutage eh schon nicht mehr den harten Begriff des „Pressens“ verwenden. Hypnobirthing ist auch für sie kein Fremdwort mehr. Manche geben auch Kurse dazu…
NB: Ich war übrigens sehr überrascht, dass mein Mann schon nach kurzer Zeit im Kurs sagte, mit der Materie bestens vertraut zu sein. Dass er die Erklärungen und Begriffe schon vom Mentaltraining her kenne, das er während seiner aktiven Zeit rund um die Berufsweltmeisterschaften (erst als Teilnehmer, später als Experte etc.) mehrmals besucht hatte. So konnte er auch bestätigen, dass das wirklich funktioniert, sofern man eben genügend übt und sich die ganzen Techniken so einverleibt, dass man sie jederzeit abrufen kann.
Diesbezüglich war es übrigens auch sehr wertvoll, dass am 2. Kurstag der Mann unserer Kursleiterin vorbeischaute und seine Sicht von den Hypnobirthing-Geburten der beiden Kinder erzählte. Und er tat dies keineswegs überschwänglich, sondern sachlich und dennoch merkte man, dass ihn diese schöne Erfahrung positiv prägte. Obwohl auch er anfangs einfach nur seine schwangere Frau ohne Vorwissen zu einem Kurs begleitete, empfiehlt er heute jedem, es mit Hypnobirthing zu versuchen.

Mein Fazit:
Ich habe wirklich viel „mit genommen„. Zwar wird sich der Erfolg erst zeigen, wenn es wirklich los geht und es bedingt auch noch einiges an Übung zuhause von mir/uns, aber insgesamt fühle ich mich nun viel gewappneter als vor den anderen beiden Geburten. Ein grosses Plus war für mich auch, dass mein Mann als Geburtsbegleiter so gut miteinbezogen wurde. Er hat mich bisher gut unterstützt, keine Frage! Er war weder nervös oder hysterisch noch stand er im Weg oder legte die Händen hilflos in den Schoss. Aber ich glaube doch sehr, dass er sich so wahrscheinlich von Anfang an besser mit einbringen bzw. mich unterstützen kann – und sei es letztendlich nur, indem er alles Organisatorische regelt, mit der Hebamme kommuniziert etc.
Viele Übungen kann (oder soll) man zu zweit machen, das schweisst zusammen und ich denke, dass dies den (werdenden) Vater auch sehr in seiner Rolle bestärken wird.
Hypnobirthing-Kurse werden mittlerweile wohl überall angeboten. Ich kann zu unserem Kurs nur sagen, dass er sehr kurzweilig war, ich fühlte mich wohl in der vertrauten Gruppe und unsere Kursleiterin verstand es, den Kurs abwechslungsreich zu gestalten – mit wenig „Frontunterricht“ (also nur wenig Monologe), viel Zeit für unseren Erfahrungsaustausch und Fragen und zur Auflockerung immer wieder praktische Übungen. Auch eine kleine Gruppenarbeit gab es 😉 Dass die Übungen wirklich funktionieren, merkte man auch daran, dass wir es meist alle geschafft haben, uns zu entspannen – fast bis zum Einschlafen 😉 Das gelang mir dann auch zuhause beim Hören der CD, die man am Kurs bekommt (eine liegt zudem dem Buch bei). Wenn ich mich während der Wellen dann also nur halb so gut entspannen könnte, wäre das schon ganz toll 😉
Ich kann den Kurs also wirklich nur jedem ans Herz legen, Erstgebärenden genauso wie Müttern mit einer eher negativen Geburtserfahrung. Neben einem konkreten „Instrument“ für die ganze Geburt, das man in die Hand bekommt, wird man auch für die möglichen (und zum Teil unnötigen!) Abläufe sensibilisiert bzw. lernt, dass man währenddessen nicht einfach eine willenlose Patientin ist, sondern auch ein Anrecht darauf hat, informiert, gefragt und miteinbezogen zu werden.

Falls Ihr noch Fragen habt, einfach melden, ich habe den Beitrag mit mehreren Unterbrechungen geschrieben und nun spät abends nach einem strengen Tag schliesse ich ihn ab – ihr kennt das 😉 

Vielen Dank, liebe Vanessa, für den tollen Kurs! 🙂

Buchrezension: „Das Geburtsbuch“ von Nora Imlau

Eins vorweg: wundert Euch nicht, dass ich das Buch an einem Pool fotografiert habe, aber es war zum Grossteil (einen Teil las ich schon zuhause) meine Urlaubslektüre und ich fand es so passend, am Meer und am Pool zu sein während ich z.B. den Part über die Wassergeburt las. Und, selber im 4. Monat schwanger, konnte ich mir dazu natürlich ganz viele Gedanken machen (z.B. dass ich ja eine Wassergeburt ausprobieren könnte wenn sich mein 3. Kind auf den Weg macht… 😉 Weiterlesen