5 Monate Mäuschen

Schwuppdiwupps, schon 5 Monate alt bin ich! Hat sich seit dem Letzten Update irgendwas getan? Nöööö… alles ruhig bei mir. Bis auf die Nächte. Da wache ich gegen Morgen oft ein paar Mal auf und neste herum. Aber Mama kennt das ja und kommt notfalls auch mit weniger Schlaf aus (Mama findet zwar, dass dem nicht so ist… *g*).

Ich stille noch frisch und fröhlich und das passt mir wunderbar. Für Beikost ist es noch zu früh. Es interessiert mich weder sonderlich, noch brauche ich es schon. Mal sehen, wann es so weit sein wird. Mama ist ganz froh, dass sie mich einfach nur stillen muss, das ist von allem der geringste Aufwand und Mama halt ’ne faule Socke.

Mit dem „windelfrei“ klappt’s grad auch nicht mehr so. Ich hab‘ nicht immer Lust darauf und wenn, dann versteht mich Mama des öfteren falsch. Zudem klappt das Pieseln so gut wenn ich halb aufrecht bin, also im Newborn-Aufsatz vom Tripp Trapp, in der Wippe oder im Autositz. Da legt Mama drum immer eine Windel drunter.
Nachts klappt’s am besten, da weiss Mama, dass ich die erste Phase gut durchkomme und nach dem Stillen wieder einschlafe, und in der zweiten Phase drückt die Blase, da hebt sie mich dann rasch auf’s Töpfchen zum Pullern, dann nochmal stillen und weiterschlafen. So darf ich nachts ohne Windel schlafen.

In Sachen Bewegung hat sich bei mir nicht viel getan – ich stagniere sozusagen. Dafür habe ich so vor 2-3 Wochen damit begonnen, ein wenig gezielter zu greifen. Gemerkt hat Mama das, als ich ihr beim Hamburger-Essen im Ravensburger Spieleland fast den Burger aus der Hand riss. Meine grossen Geschwister fanden das urkomisch 😀

Ansonsten bin ich fit und munter. Einen Rhythmus nach der Uhr habe ich nicht. Tagsüber schlafe ich selten mehr als 30 Minuten und wenn, dann genau dann, wenn Mama eigentlich los wollte/muss, hehe… für Mama ist das etwas doof, ich weiss, v.a. weil ich kaum gestillt und abgelegt, schon wieder motze weil ich müde bin oder mir langweilig ist… so ist Mama gefühlt ständig mit mir beschäftigt, aber das kennt sie von den Grossen ja nicht anders und weiss, dass es irgendwann auch wieder anders ist 😉

Eigentlich bin ich ja ein Sonnenschein und überrasche sie meist in Situationen, in denen sie denkt, dass es gar nicht klappen wird, damit, dass ich das zufriedenste Baby bin – so wie z.B. bei ihrem ersten Friseurtermin, auf dem Geburtstag meines Göttis usw.

So, folgt ihr mir weiter? Mitten im Sommer werde ich 6 Monate alt und vielleicht wollt Ihr ja wissen, was sich bis dahin alles tut…? 🙂

Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

Motivation, wo bist du? Hallo, Erschöpfung

Keine Ahnung, was los ist, aber ich hatte heute, so ab Mittag, einen richtigen Motivationsabsturz… mein Mann kam nicht nach Hause, die Grossen stritten mal wieder und ich fühlte mich total ausgelaugt. Dabei war ich relativ fit, also nicht mehr so erkältet wie die Tage davor, und auch nicht mehr soooo müde wie gestern Nachmittag.
Ob ich solche, fast depressive Schübe den Hormonen zu verdanken habe? Dem Wetter? Dem Mond? Ja, manchmal wäre es einfacher, „irgendetwasem“ die Schuld dafür zuschieben zu können… Die Situation besserte sich auch nicht, nachdem ich raus ging und den Rasen mähte, währenddessen die Kinder schon wieder friedlich waren. Auch das Mäuschen hatte keinen schlechten Tag, nur eine leicht unruhige Nacht. Aber ich sage Euch, ich könnte Tonnen von Süssem gebrauchen, irgendwie habe ich so einen riesigen Hunger auf Ungesundes (aber nichts im Haus), es bleibt also bei Kaffee…
Was drückt mir denn so auf’s Gemüt?

  • Der am Mittag fehlende Mann – eine Situation, die bei uns irgendwie immer für Unbehagen sorgt, sprich, die Kinder sind dann einfach launiger und ich wohl auch…?
  • Die riesige Pendenzenliste, die wie ein Damoklesschwert über mir schwebt (und das permanent schlechte Gewissen deswegen)?
  • Die Müdigkeit?
  • Die Unzufriedenheit mit mir selber (v.a. der Figur)?
  • Die fehlende Bewegung? (Sport)
  • Eben die Hormone?
  • Das Gebrauchtwerden?
  • Das schlechte Gewissen, für die Grossen keine freien Hände zu haben?
  • Die Kritik meines Auftraggebers an meiner Rechtschreibung/Grammatik, die so plötzlich nach Jahren kommt?
  • Das alles anfangen, nichts zu Ende bringen wegen der ständigen Unterbrüche?
  • Die fehlende Ich-Zeit?
  • Das Warten darauf, dass das Mäuschen bald greifen und sich dann besser selber beschäftigen kann?
  • Die Wäsche, die auf dem Ständer hängt und die ich grad nicht zusammenfalten mag?
  • Alles zusammen, gepaart mit meiner Hochsensibilität?

Die Zeit vergeht ja so rasend schnell im Moment, das Mäuschen wird bald 4 Monate alt, ist längst kein Neugeborenes mehr, das ist ja verrückt… aber irgendwie habe ich mich überschätzt. Ich habe mir einfach viel zu viel aufgeladen, was ich gar nicht hinkriege weil die Zeitfenster dafür so klein sind, dass ich kaum anzufangen kann… es ist halt nicht mehr wie vorher und dennoch habe ich wohl irgendwie erwartet, ich könne sofort wieder daran anknüpfen… aber ich bringe die Leistung nicht mehr, ich habe die Zeit nicht, ich habe das Gefühl, ständig gegen die Strömung zu schwimmen während mir auch noch allerlei Hindernisse entgegen kommen. Ich verheddere mich, schlucke viel Wasser, das Wasser ist eisig, das Ufer unerreichbar…

Wenn ich nachts träume, dann sind es oft verstörende Träume, Angstträume, ja, immer noch, das war schon in der Schwangerschaft so… vor 2 Tagen träumte ich von einer Bombenexplosion in meiner Nähe. Es ging glimpflich aus, denn ich wusste, dass gleich etwas detoniert und kauerte mich hin. Die Druckwelle war deutlich zu spüren, aber ich trug nur Hautabschürfungen an den Armen und Beinen davon. Und immerhin war es einmal ein Traum, in dem nicht meine Kinder in Gefahr oder verletzt wurden…

Es ist eindeutig, ich muss einen Gang zurückschalten, aber ich kann nicht. Zu sehr bin ich im Rückstand mit allem. Zu gross ist mein schlechtes Gewissen gegenüber allem und jedem… ich bin offenbar urlaubsreif! Ich geniesse jedes Wochenende sehr. Lang‘ ist’s nicht mehr bis zu den Sommerferien, ich hoffe, ich gehe bis dann nicht unter…

3 Monate Mäuschen

Heute ist mein kleines Mäuschen schon 3 Monate alt, d.h. vor ungefähr einem Jahr wurde ich schwanger. Es ist, als wäre es gestern noch gewesen, dass ich die Schwangerschaft bemerkte und mich über den wachsenden Bauch freute. Aber schon kurz nach der Geburt (an die ich mich auch noch sehr gut und gerne zurück erinnere) konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es war mit so dickem Bauch am Ende der Schwangerschaft – schon verrückt. Schwanger sein fand ich, bis auf die letzten Wochen, immer sehr schön und so blicke ich natürlich auch ein wenig wehmütig zurück auf diese Zeit… hach… seufz… aber es geht hier ja um das Mäuschen, das unser Leben so schön bereichert… 🙂

Die Kleine überrascht mich wirklich immer wieder. Ich finde mich dann manchmal staunend vor und überlege, ob irgendwas mit meiner Milch nicht stimmt oder so, aber dieses Baby ist eins, das ich mir immer gewünscht habe, als ich mit den ersten beiden so richtig „auf die Welt kam“ und die anderen immer um ihre „einfachen und pflegeleichten“ Babys beneidete während ich dachte, ich mache bestimmt irgendwas falsch, aber nein, sie sind halt einfach alle anders… Sie schläft oft von selber ein, sogar alleine im Beistellbett. Sie trinkt mittlerweile wirklich gut und schnell an der Brust und sie schläft sehr gut. Am Dienstag (12-Wochen-Schub?) sogar mehr als durch mit über 9 Stunden am Stück! (Natürlich konnte ICH das nicht geniessen weil ich nachts doch noch oft erwache (Gewohnheit? Alarmbereitschaft?) und die grosse Maus zu mir rüber kam und dann herum nestete… Und am Donnerstag und Freitag wiederholte sie das Ganze mit 8 Stunden. (Danach erwachte sie wieder früher, aber mit einer nächtlichen Stillmahlzeit kann man gut leben…) Und sie kann teils auch schon eine ganze Weile zufrieden auf der Krabbeldecke liegen und sich ein wenig entdecken.
Und ja, das ist durchaus ungewohnt für mich, das kannte ich von meinen Grossen nicht. Als sie Babys waren, haben sie mich viel mehr gebraucht. Zum Teil fehlt mir fast die Nähe, ich sollte öfter mit ihr im Tuch spazieren gehen… 😉 Einfach so auf meinem Bauch liegen und kuscheln mag sie z.B. gar nicht, obwohl das andere Babys meist sehr geniessen – interessant, wie unterschiedlich Kinder doch sein können und dies von Anfang an, es ist also mit Sicherheit nichts, das man ihnen an- oder abtrainieren könnte.
Wenn ich mich abends neben sie ins Bett lege, dann schaue ich sie oft noch eine Weile an, wie sie friedlich schläft und fühle mich dann einfach nur unendlich gesegnet, dieses kleine Menschlein, dieses Wunder, bei mir haben zu dürfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und vor lauter Glück kann ich in diesen Momenten oft eine Weile gar nicht einschlafen… es ist so schön, ihr beim Wachsen zuzusehen… und es geht so schnell! So anstrengend die Babyzeit sein mag, so schön ist sie auch, sogar das hatte ich fast vergessen!
Diese Woche habe ich noch Kisten der nächsten Grösse (68) ausgeräumt. So viele Kleider noch von der grossen Maus her… Kleider, die ich längst vergass und mich dann beim Herausholen jeden Teils freute, weil ich mich daran erinnerte, wie die grosse Maus sie trug…

Stillen & Schlafen
Wie erwähnt klappt beides wunderbar. Tagsüber sind die Schläfchen in letzter Zeit auch mal länger geworden, vielleicht kristallisiert sich da ja bald sowas wie ein Vor- und ein Nachmittagsschlaf heraus? Unterwegs stillen ist noch etwas doof und mühsam da ich zuhause wirklich v.a. im Liegen stille. Es geht einfach am besten – für uns beide. Wenn sie morgens aus dem Nachtschlaf erwacht, strahlt sie freudig an oder strampelt zufrieden rum und schaut sich um – einfach Zucker!

Motorik & Verhalten
Das Mäuschen ist schon richtig aufgeweckt, freut sich, wenn man sie anspricht und lächelt, hört aufmerksam zu, gibt Laute von sich.
Sie strampelt sehr viel rum, kann sich auf die Seite drehen aus der Rückenlage und lutscht oft an ihren Händchen.

Windelfrei
Klappt momentan erstaunlich gut zuhause. Wenn ich nicht abgelenkt bin oder sie während der Mahlzeiten im Baby-Set sitzt, dann erwische ich das meiste. Auch glaube ich, dass sie langsam „weiss“, dass ich reagiere und „wartet“. Natürlich reagiere ich relativ schnell, aber noch vor wenigen Wochen hat sie meist schon gepieselt, nachdem sie geschlafen hat tagsüber. Das kam nun nicht mehr vor, sie erwacht trocken. Nachts hängt es ein wenig von mir ab. Wenn ich früh genug erwache und nicht zu müde bin, halte ich sie erfolgreich ab. So bleibt nachts die Windel auch trocken. Die letzten Nächte war das immer so, so dass ich schon fast überlege, ihr nachts gar keine Windel mehr anzuziehen.

Nun steht uns die kommende Woche noch die grosse Herausforderung bevor, dass wir 2 Tage weg sind inkl. einer Übernachtung. Drückt mir bitte die Daumen, dass es gut klappen wird, es sie nicht allzu sehr verwirrt und wir zuhause wieder so weitermachen können wie bisher… ich habe da immer grossen Respekt vor solchen „Geschichten“, aber da sie ja offenbar ein wirklich unkompliziertes Kind ist, wird sie es wahrscheinlich viel besser meistern als ich 😉

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Mom-Style #not

Immer wenn ich eine offensichtlich frischgebackene Mama sehe, die perfekt geschminkt und adrett gekleidet ist, falle ich fast um vor lauter Respekt, Verwunderung und blankem Neid (letzteres ist jetzt ein wenig übertrieben… :D). Ich schaue dann pikiert auf den Boden oder besser auf meine ausgelatschten Plastik-Ungeheuer, die meine Füsse umhüllen und raune meinem Mann irgendwas im Sinne von „wie macht die das nur!?“ zu. Wissend, dass mein Mann einiges mehr Wert auf ein gesellschaftlich konventionelles Äusseres legt, als ich, habe ich die Antwort bereits antizipiert: „tja, andere Prioritäten…“ Ich höre einen Unterton mit, der in die Richtung von „ja, so eine Frau hätte ich auch lieber“ geht oder auch in „Du setzt Deine Prioritäten generell komplett falsch„. Aber ich glaube, er hat sich so langsam damit arrangiert… Seit ich Mutter bin und nicht mehr in einem Büro arbeite, vertrocknet mein Make-up im Schrank. Die schickeren Kleidungsstücke aus längst vergangenen, schlankeren(!) Tagen sind nettes Mottenfutter. Schuhe mit Absätzen müffeln seit Jahren vor sich hin. Die (wenigen!) Designer-Handtaschen verstauben wenigstens nicht (weil sie im Staubbeutel liegen :D)…
Tja, willkommen in der Welt des pragmatischen Mom-Style, der keiner ist.

Nach der Geburt des Grossen habe ich wochenlang die Kleidung 24h lang durchgetragen. Tag und Nacht waren vermischt. Ich schlief, wann ich konnte und ich wollte das möglichst effizient machen, mir also die Zeit zum Umziehen sparen (ja, lacht nur!)… selbstverständlich bin ich dann auch in Gammelklamotten (nein, nicht im Schlafrock, das nun doch nicht) raus. Geduscht habe ich seltener, dann, wenn ich mich selber nicht mehr riechen konnte (heute bemühe ich mich darum, ein wenig öfter Wasser zu sehen…). Beginnen wir aber zuoberst…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMom-Bun (oder: Mama-Dutt) – La Frisur!
Ich erwäge es jedes Mal, gewagt habe ich es nur nach der Geburt des 2. Kindes: Weg mit den Haaren! Bekäme ich noch ein Kind (tue ich nicht), ich würde mir wohl in den letzten Schwangerschaftswochen die Haare abrasieren, komplett. Aber jetzt getraue ich mich das natürlich nicht. Erstens sehe ich supermännlich aus mit kurzen Haaren, also superdoof (dieses letzte Stück Weiblichkeit will ich mir noch erhalten), zweitens muss man kurze Haare stylen damit man nicht verwahrlost aussieht.
Mein Kompromiss ist deshalb der Mom-Bun: man nehme die ganzen, dicken weil ungebürsteten Haare und binde sie mit einem Haargummi hoch – voilà!
Frisur in 5 Sekunden! Und keiner sieht, wie sich darunter schon langsam Rastas bilden, Läuse einnisten, abgestorbene Haare zu Tausenden vor sich hin modern. Einmal in der Woche wasche man das Gestrüpp (dann duftet es wenigstens gut) und binde es mangels Fön-Zeit noch nass wieder hoch, wo es dann bis zur nächsten Haarwäsche wieder verharrt. Einen Terminkalender braucht es nicht, ein langsam sich steigerndes Juckgefühl verrät, dass es wieder an der Zeit wäre… #messyhairdontcare

Mom-Face: die grelle Realität (ohne Bild, so mutig bin ich nicht! :D)
Wie es sich für einen richtigen Mombie gehört hängen die Augenringe tief, tragen die Falten auf und streuseln die verstopften Poren über’s ganze Gesicht. Es ist wirklich. Nicht. Lustig! Dass mich meine Brow-Designerin (leichte Übertreibung :D) seit Weihnachten nicht mehr zu Gesicht (haha) bekam, muss ich wohl nicht extra erwähnen? Joa, die spriessen auch in alle Richtungen gerade… Nur eine mindestens dreistündige Session bei der Kosmetikerin und Botox könnten jetzt noch irgendetwas verbessern. Um ein gelungenes Selfie zu machen braucht es ungefähr gleich viel Zeit und einen dicken, fetten Filter, der die Make-up-Schicht ersetzt. #fürmehrRealitätindensozialenMedien #wirsinddabei

img_7907Mom-Outfit – praktisch und bequem
Ja, bequem muss es sein. Schliesslich gammelt man oft zuhause rum. Oder rennt den Kindern irgendwo nach. Oder verrenkt sich beim Wegsaugen von Decken-Spinnweben. Schön? Is‘ nich‘. Wer will schon Tomaten- und Schweissflecken auf dem Designer-Oberteil? Oder sich ständig umziehen müssen weil das Baby einem in den Rücken gespuckt hat oder die Stilleinlage verrutscht ist? Schmutzige Patschehändchen sind auch so ein Thema… Mein Outfit muss mindestens 4 Dinge erfüllen: schnell an- und ausziehbar, stilltauglich, nicht heikel, bequem und, optional: schwarz (macht schlank, Ihr wisst Bescheid! 😉 Und wenn man vor die Tür muss? Die Umstandsjeans leistet da gute Dienste. Ja, auch Monate nach der Geburt noch *räusper* Ja, auch die Figur ist nicht Prio A… tja… Das einzige was an meinen Ausgeh-Outfits schick ist, sind die Tragetücher 😛 #mompantsgotitall 

Mom-Feet. Von Plastikungeheuern…
img_7906Babys lassen sich bekanntlich nicht gerne ablegen. Zumindest nicht lange… ich nutze also die Zeit, in der sich die Kleine kurz auf der Spieldecke zufrieden gibt, um auf’s Klo zu rennen. Oder mir einen Kaffee rauszulassen. Eine Tafel Schokolade zu inhalieren. Eine Mail zu beantworten. So lebensnotwendige Sachen halt. Ihr kennt das. Nicht aber, um mir Schuhe zu schnüren, einen Reissverschluss zu schliessen oder so. Ne! Bevor ich das Haus verlasse, lege ich das Baby nicht mehr ab. Da ist auch kein Platz für in der Garderobe. Es bleibt auf dem Arm. Oder im Tuch. Die logische Konsequenz: die Schuhe müssen ohne Einsatz meiner Hände an- und ausgezogen werden können. Und es gibt nur sehr wenige Modelle, welche dieses Attribut mit sich bringen: Gummifüsse (sh. Foto), Regenstiefel und weite Boots. Wenn es nicht regnet, schneit oder eiskalt ist, müssen also die Gummidinger herhalten. In kinderlosen Zeiten rümpfte man darüber noch die Nase. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken… #nonamebutfame #justdontlookdown

Ihr merkt… #zeitersparnisistalles #stylegibtsdannwieder2021 #sowhat? #whocares #esgehtmirgut 
Yup, ich setze meine Prioritäten anderswo. Ich muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Meinen Kindern ist es (noch) piepegal, wie ich aussehe. Aber sowas von! 
Umgekehrt gehöre ich auch zur Fraktion Rabenmutter (denken wohl manche), weil ich meine Kinder auch mal mit zerschlissenen Jeans (ey, das war mal in – remember?) oder einem Fleck (kreisch!) auf dem Pulli losschicke.

Macht Euch frei von den Meinungen anderer!
Nennt mich enfant terrible… ABER, im Ernst: man muss sich mal losreissen können von der Angst, was andere denken könnten: die sind arm! die haben keine Waschmaschine! Na, und!? Sollen sie das denken (tun sowieso nicht alle, ich mein‘ Kinder machen sich ständig schmutzig und die zerschlissene Jeans, dieses Problem kennt wohl auch jede Familie…).
By the way, falls es jemanden interessiert… wenn ich adrett geschniegelte Kinder im Ralph-Lauren-Polo-Shirt sehe, denke ich mir auch was und zwar: Oh Gott, Katalogkinder! Die Armen! Dürfen nicht mal in die Nähe eines Sandkasten! Diese Eltern, was für Spiesser! Müssen ihr Geld so offen zur Schau stellen, tsss…
Klar gibt es einen Mittelweg, nämlich ein normal und trotzdem sauber und intakt angezogenes Kind bzw. Mutter. Normal halt. Ist ja auch gut, nichts zu beanstanden. Gibt es hier auch mal für fünf Minuten. Aber: Ich bin da einfach sehr pragmatisch: man mag ja mich bzw. mein Kind und nicht meinen Style. Ich habe ja wiederum auch Kolleginnen, deren Stil ich schräg finde, die Person aber nett. Natürlich bin ich nicht so unangepasst, dass ich Abendveranstaltungen in Jogginghose besuchen würde, aber im Alltag muss der Mom-(Un)Style einfach genügen, Punkt!

Also: befreit Euch davon, Eure Zeit dafür aufzuwenden, was andere dafür denken; die schenken Euch keinen müden Rappen für korrektes Angezogensein! 😉

Buchrezension: „Das Wochenbett“

Loretta Stern, Anja Constance Gaca: Das Wochenbett. Alles über diesen wunderschönen Ausnahmezustand. Für Mütter und Väter.

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen, ich weiss selber nicht, wie ich so schnell sein konnte. (Hier war es schon lange und ich komme abends endlich dazu, die vielen Bücher zu lesen 😉 Vielleicht, weil es mich direkt wieder zurück versetzte in meine beiden Wochenbetten, die ich schon hinter mir habe und die aber dennoch so intensiv waren, dass man sie nicht so schnell vergisst. Beide Male waren schwierig und vieles, was im Buch vorkommt, habe ich durchgemacht: die Stillprobleme, die Dammverletzungen, die HeultageUnsicherheit, viele Hebammenbesuche, die mir gut taten, der Schlafmangel, die Tage im Pyjama verbringen, keine Besucher sehen wollen, sich aber über die besonders freuen, die eine fertig gekochte Lasagne brachten oder eine Bestellung aus der Apotheke erledigten damit ich nicht selber los musste; nach zwei Wochen jeweils auf mich allein gestellt zwischen Milchpumpe und Stillversuchen, Wundversorgung und, erst mit einem, das zweite Mal mit zwei Kindern. Die Familienhilfe, die kam, um mal sauber zu machen oder zu kochen… Die Autorinnen des Buches schrieben von einem „Abenteuer“ – das ist es wirklich. Während in anderen Kulturen das Wochenbett richtig zelebriert wird und sich die Frauen des Dorfes um die Wöchnerin kümmern damit diese rundum versorgt ist, sind hier viele allein mit sich. Ja, es gibt Ärzte, Hebammen, Still- und Mütterberaterinnen, die man anrufen/aufsuchen kann, die einem besuchen, aber niemand ist permanent da und sorgt sich ausser vielleicht die vielen Facebook-Gruppen, ja, die helfen auch… Aber der so dringend nötige und wichtige Vaterschaftsurlaub wurde bisher nicht gesetzlich verankert. Wer seine Frau daheim unterstützen und die ersten Wochen mit Baby miterleben und mit-hineinwachsen will, muss Urlaub nehmen, es sei denn er hat das Glück, in einer besonders familienfreundlichen Firma zu arbeiten.
Ja, das Wochenbett, obwohl ich die letzten beiden nie vergessen werde, verdrängt muss ich doch vieles haben denn erst beim Lesen kamen die ganzen Erinnerungen hoch. Präsent waren bei mir v.a. die Stillprobleme, die ich dieses Mal mit meiner Hebamme zusammen hoffentlich etwas mehr in Schach halten kann, dass aber die Toilettengänge anfangs eine Qual waren, dass beide Kinder beim Stillen immer sofort einschliefen, aber auch gleich wieder aufwachten, wenn ich sie hinlegen wollte, dass man noch eine ganze Weile seine Schwangerschaftsjeans trägt, weil die alten noch nicht passen – das habe ich irgendwie ausgeblendet. Insofern war es wohl gut, sich mit der Lektüre des Buches nochmals darauf vorzubereiten, was alles auf mich/uns zukommen kann… eins ist klar, dieses Mal will ich keine einzige Nacht im Spital verbringen, dort fühlte ich mich nie wohl. Mit der Maus bin ich nach 2,5 Tagen schier heim „geflüchtet“, nachdem man mir das Okay nur zögerlich gegeben hatte. Aber ich habe mein Zuhause, meine Männer soooo vermisst, keinen Tag länger hätte ich es ausgehalten alleine in diesem Zimmer, in das ständig jemand reinplatzte, in einem Haus in dem auch nachts noch Betrieb herrscht und Dich niemand schlafen lässt wenn Du endlich mal könntest…
Nun aber auch noch was zum Buch… 😉 Es ist gegliedert in „Das wichtigste Wochenbettwissen“ sowie einen Mütter- und einen Väterteil, wobei der Väterteil nur 13 Seiten aufweist, die mein Mann quer überflog. Ich finde ja, die Väter dürfen ruhig das ganze Buch lesen oder zumindest noch den Wissensteil und natürlich die Einführung über die Bedeutung des Wochenbetts.
Im Wissensteil werden alle wichtigen Themen rund ums Baby von A-Z beschrieben, was sehr hilfreich ist. Mittels Register am Schluss des Buches kann man auch selber gezielt nach Themen suchen, weshalb das Buch nicht nur als Vorbereitung auf’s Wochenbett dient, sondern auch währenddessen als Nachschlagewerk.
Im Wissensteil finden sich auch einige gute Rezepte, die man schon mal dezent seinem Mann oder der (Schwieger)mutter mitteilen kann 😉 Ganz toll finde ich darin übrigens den „Brief an den idealen Wochenbettbesucher“, den muss ich aus meiner Sicht auch mal so verfassen bevor es los geht… 😉
Die Themen im Mütter- und Väterteil sind übrigens, natürlich, fast dieselben, nur sind sie eben für die Mütter ausführlicher beschrieben. Es geht um die Verarbeitung der Geburt, wie es dem Körper und der Psyche danach ergeht, über das Stillen, über das Schaffen persönlicher Wohlfühlmomente für beide Elternteile sowie die Beziehung nach der Geburt, die sich, gerade nach dem ersten Kind, verändern wird.
Das Buch will aber keinen einschüchtern, nein, es liefert viele, wertvolle Tipps, u.a. auch, was man schon in der Schwangerschaft vorbereiten kann. Es macht Mut, seine Bedürfnisse zu äussern, Hilfe einzufordern und so das Wochenbett zu dem zu machen, was es sein sollte, nämlich Ruhe nach den Strapazen der Geburt, viel zu liegen, mal alles beiseite zu lassen, was gerade nicht so wichtig und dringend ist, und Körper und Seele Zeit zu geben, sich zu erholen und zu heilen.

Eine der Autorinnen, Anja Constanze Gaca, schreibt übrigens, gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren den überaus wertvollen Elternblog Vonguteneltern.de, den ich sehr schätze. Sie ist Hebamme, Still- und Laktationsberaterin und hat drei Kinder.
Loretta Stern ist eine Schauspielerin, Sängerin und Fernsehmoderatorin, die angeregt durch eigene Erfahrungen über Baby- und Kleinkindthemen zu schreiben begann.

Ich kann dieses Buch jeder Schwangeren (und dem werdenden Papa) empfehlen als Lektüre für die letzte Zeit… 🙂

„Das Wochenbett“ ist erschienen im Kösel-Verlag und u.a. hier„target=“_blank“>hier erhältlich.

SSW 24+1 – es geht voran!

Das Baby ist so gross wie eine Aubergine

img_7863Wahnsinn, hatte ich doch in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft noch das Gefühl, das dauere ja eeewig, so bin ich heute schon leicht panisch wenn ich daran denke, dass ich schon bald im 3. und letzten Trimester sein werde und der Januar immer näher rückt. Verrückt, oder? Im Moment fühle ich mich gerade sehr wohl mit mir und dem wachsenden Bauch. Die Hüfte macht seit Samstag keinen Ärger mehr und lässt mich abends schmerzfrei im Bett liegen – welch Erleichterung! Ich habe keine Ahnung, wieso, aber ich hoffe dass es so bleibt!
Die Kinder sind diese Woche auch erstaunlich gut ins Bett. Mo/Di schliefen sie gemeinsam beim Grossen, am Di sogar schon als ich vom KiGa-Elternabend nach Hause kam; mein Mann sass entspannt auf dem Sofa, was bis jetzt nur selten vorkam 😉 Nachdem ich gestern vom Training nach Hause kam und die Maus etwas weinerlich war (weiss gar nicht mehr, wieso), nahm ich sie mit zu uns ins Bett. Nachts kam dann auch der Grosse („Wachstumsschmerzen„), was ich am Morgen wohl wieder vergessen hatte, denn um 6.55 Uhr wurde ich wach und schaute auf’s Handy, merkte, dass da noch jemand auf der Papa-Seite liegt und flüsterte 3x laut (und ohne Reaktion 😉 seinen Namen bis mir einfiel, dass ja mein Sohn da liegt. Ich dachte schon, mein Mann hätte verschlafen 😉
img_7865Am Morgen hatte ich noch eine kurze Tragejacken-Beratung und der Nachmittag zeigte sich bilderbuchmässig schön 🙂
Ach ja, gestern hatten sowohl die Maus auch als der Grosse (spontan) ihr Playdate mit Besuchern und obwohl es kühler war als heute, waren beide barfuss draussen unterwegs. Ach ja… 😉
Für alle Nahe Eschen wohnhaften Leser, die nicht auf Facebook sind, das Gewinnspiel für die Gutscheine von MayCla Sport aber nicht verpassen wollen: ihr dürft für die Teilnahme auch hier kommentieren 😉

Seele: gerade sehr gut, ein Sonnentag und das Baby meldet sich regelmässig, da schlägt das Mamaherz höher 🙂 Manchmal ist mir kaum bewusst, dass ich schwanger bin, deshalb freut es mich umso mehr, wenn das Kleine aktiv ist im Bauch 🙂

img_7877Untersuchungen/Arztbesuche: nächste Woche wieder…
Körper: der Bauch hat in der letzten Woche nochmals zugelegt, denke ich 😉 Das Rasieren der unteren Körperpartien, ähem, stellt sich als zunehmend schwerer dar 😀
Errungenschaften: —
Geht gar nicht: Der Schnupfen nervt, den ich nun schon seit Wochen mit mir rumschleppe. Schnelles Spazieren ist wie schon erwähnt mühsam.
Geht gut: Im Moment eigentlich fast alles 😉 Morgen fällt mir dann wieder ein, was nicht gut geht 😀
Must have: die Sonne geniessen, jetzt wo sie sich nochmals zeigt. Und so hat der Herbstbeginn doch noch etwas Gutes 🙂 Auch die Kinder verbringen die Nachmittage fast komplett draussen – einfach schön! Und so harmonisch haben wir es gerade. Bleibt das bitte so? 🙂

Buchrezension: „Die Abschaffung der Mutter“

Selten zuvor standen Mütter ärger unter Beobachtung wie heute. Es ist fast egal, was eine Mutter tut, die Kritik folgt rasch und ungefragt und oft von Leuten, die von Mutterschaft keine Ahnung haben. Leider aber sind auch Mütter selbst nicht gefeit davor, in diesen Sog zu geraten und über ihresgleichen zu urteilen. Bereits in der Schwangerschaft wird die werdende Mutter engmaschig kontrolliert und beeinflusst. Ist das Kind erst da, wird man grundsätzlich für inkompetent gehalten und die Stimmen werden zunehmend lauter, die sich dafür einsetzen, dass die Kinder erst gar nicht (mehr) von ihren Müttern betreut werden. Alle anderen Betreuungsmöglichkeiten werden mehr gelobt als die Mutter selbst… Die Abschaffung der Mutter – steht sie uns wirklich bald bevor, wie die Autorinnen im Titel prophezeien? Alina Bronsky und Denise Wilk analysieren die aktuelle Entwicklung, vielleicht ein wenig überspitzt, aber nie unwahr, schreiben aber auch, was sich ändern muss, damit Mütter wieder mehr geschätzt und unterstützt werden. Die Autorinnen haben zusammengezählt übrigens zehn Kinder und wissen durchaus, wovon sie schreiben…

„Die Abschaffung der Mutter“ kann durchaus als Abrechnung mit der heutigen Gesellschaft und Politik verstanden werden. Dabei geht es nicht nur um die Mutter allein, sondern vieles kann durchaus auf die Familie per se angewendet werden, die laut der Autorinnen vielen eher „lästig“ sind als Grund zur Freude. Das ist ein Fakt, das nehmen viele immer wieder so wahr. Es gibt tendenziell weniger Kinder und diese gelten schnell als Störenfriede, sind vielerorts nicht mehr erwünscht. Erst recht, wenn es um die Arbeit geht. Gerade Mütter sollten am liebsten direkt nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und dort dann aber bitte auf keinen Fall Fehlstunden ansammeln, weil ein Kind krank ist. Die Sitzung dauert länger als die Kita geöffnet hat – interessiert keinen.

Dass die Autorinnen während der Arbeit an ihrem Buch derart oft gewarnt wurden, dass sie es bald als Hochrisikoprojekt bezeichneten, spricht für sich. Das Thema ist brisant! Grund genug, dieses Buch zu lesen.

Angefangen beim Kinderwunsch über die moderne Fortpflanzungsmedizin und die Schwangerschaft bis zur Geburt zeigen die Autorinnen auf, wie schwer es den werdenden Müttern gemacht wird. Weiter geht es mit dem „vergessenen Wochenbett“ über das „hysterische Verhältnis zum Stillen“ bis zur Kitapflicht und der Vereinbarkeitslüge – alles Dinge, die der Mutter das Leben unnötig erschweren. Auch die Väter werden als „die bessere Mutter“ von den Autorinnen bisweilen in die Kritik genommen, wobei es weniger um die modernen Väter geht, die ihre Frau unterstützen und im Leben ihres Kindes präsent sein möchten sondern um diejenigen, die sich hinter der Fassade einen Machtkampf mit der Mutter des Kindes liefern…

Doch auch wenn das Autorenpaar mit dem vorliegenden Buch erfolgreich aufzeigen konnte, wie oft Mütter teils gnadenlos sabotiert werden, so haben sie die Recherchen und vielen Gespräche mit anderen Frauen durchaus hoffnungsvoll gestimmt. Auf ihre Frage an Mütter, welche Bedingungen sie sich wünschen, antworteten nahezu alle, dass sie sich eine Anerkennung und Aufwertung der Mutterschaft wünschen. Viele vermissen eine „grundsätzliche positive Resonanz gegenüber Familien“. Das Miteinander, die gegenseitige Unterstützung fehle oft. Als widersprüchlich empfinden viele den Fortpflanzungsdruck von Politik und Wirtschaft, der mit wirklicher Familienfreundlichkeit nichts zu tun habe.
Die Autorinnen wünschen sich mehr Kinder im Alltag, denn sie gehören in die Mitte der Gesellschaft; sie wünschen sich eine neue Menschlichkeit und ein Betreuungsgeld (betrifft Deutschland), das diesen Namen wirklich verdient. Sie fordern mehr Investition in die Qualität der Kinderbetreuung und ein Ende des Eltern-Bashing.
Sie verurteilen zutiefst, dass Schwangere oft als unmündige Patientinnen behandelt werden, ihre Rechte mit Füssen getreten und Respekt oft ein Fremdwort zu sein scheint. Die Liste an Wünschen ist noch länger…
Ich habe das Buch gerne und interessiert gelesen. Auch wenn der Titel natürlich etwas reisserisch und zugespitzt ist, so sind die Beobachtungen und Erfahrungen der Autorinnen leider eine Tatsache und vieles kann ich indirekt bestätigen, weil ich es ebenso wahrgenommen oder auch erzählt bekommen habe… ich kann nur unterschreiben, dass Mutter-, ja Elternschaft wieder mehr Wertschätzung verdient hätte. Hoffen wir, dass sich diesbezüglich die Gesellschaft wieder in eine bessere Richtung bewegt…

Zum Schluss noch ein Zitat: 

„Mütter sind die Basis der heutigen und künftigen Gesellschaft. Kinder sind keine exotischen Plagen, sondern kreative Gegenwart und hoffnungsvolle Zukunft. Elternsein ist eine der längsten und intensivsten Lebensphasen – im Rückblick vieler Menschen die schönste, die sie je hatten. Wir sollten uns das nicht verderben lassen. Und laden andere ein, sich mitzufreuen.“

Und wie sind Eure Erfahrungen als Mutter oder Familie?

Manchmal… und warum ist erst Donnerstag?

Irgendwie fühle ich mich heute nach Freitag. Einen Tag zu früh. Meist geht mir die Woche zu schnell um aber irgendwie wäre ich wohl wochenendreif oder habe abgeschlossen mit dieser Woche, keine Ahnung… ich war grad irgendwie in Schreiblaune und manchmal kommt dabei nur Komisches raus aber vlt wollt ihr ja auch mal Komisches lesen und falls nicht, zappt einfach weg, auch OK… Ja, manchmal ergibt nicht alles Sinn, nicht wahr?
Ich kam diese Woche irgendwie nicht an viel Schlaf. Entweder sind wir zu spät ins Bett oder ich lag dann zu lange wach und gestern Nacht, irgendwann nach 2 Uhr, erbrach sich die Maus in unserem Bett. Also erstmal Reinigungsaktion und danach versuchen, wieder einzuschlafen, sie war unruhig und als ich schon fast wieder wegdämmerte, musste sie nochmal. Armes Tröpfchen. Danach ging’s dann irgendwie wieder mit dem Schlaf aber die Nacht war entsprechend zu kurz und ich am Morgen ziemlich fertig. Fühlt sich dann gegen Mittag meistens an wie ein Kater. Es grassiert also offenbar eine Magendarmgrippe, weswegen heute Nachmittag auch der Kindergarten für den Grossen ausfällt und gestern kein Elterngespräch stattgefunden hat.
Nun ja, auf jeden Fall war die Woche schwierig… ich werde nicht alles ausführen, aber zum einen waren die Kinder zeitweise wie Katz und Hund und das ununterbrochen, da könnte ich schreiend davonlaufen, zum anderen bin ich mal wieder zwischenmenschlich an Grenzen gestossen… ich bin da echt eine soziale Wildsau, ich habe es hier schon öfter erwähnt. Ich wundere mich ja, dass es immer noch hier und da Menschen gibt, die sich ab und an freiwillig in meine Gesellschaft begeben. Im Moment würde ich am liebsten untertauchen, auswandern, mir eine Tarnkappe anziehen. So habe ich mich u.a. bei den Nachbarn auch gerade unbeliebt gemacht, das ist ja ganz besonders super, denn die sieht man ja nie #ironieoff Nein wirklich, ich weiss gerade nicht ob ich heulen soll oder ob mir schlecht wird (ich habe in der gestrigen Nachtwachzeit stossgebetet, dass mich diese Grippe bitte nicht ereilen möge). Ich glaube ich brauche jetzt eine dicke Umarmung oder eine längere Auszeit (eine Freundin reist nächste Woche beruflich in die Karibik, ich glaube ich verstecke mich einfach in ihrem Koffer, wäre eine gute Idee, nicht? :P) Und habe ich nicht schon in meinem letzten persönlichen Beitrag von einer krass-kruden Woche geschrieben? Was ist nur los gerade? Liegt es an mir oder ist die Sternenkonstellation irgendwie für längere Zeit verheerend? Dabei ist das Potential noch gar nicht ausgeschöpft. Ich warte noch auf weitere Hiobsbotschaften oder Verkrachungen mit jeglichen lieben Menschen, die mir noch bleiben… ich habe grad wirklich arg starke Zweifel an mir. Liegt es an meiner Hochsensibilität? Was würde wohl eine andere an meiner Stelle tun? Cool bleiben? Den anderen die Schuld geben? Ach, ich weiss nicht… da es eine Mama-Auszeit so nicht gibt und mein Mann erst übernächste Woche Urlaub hat (und wir immer noch nicht wissen, ob wir vlt für 2 Tage wegfahren oder nicht), hoffe ich einfach darauf, dass Maus heute u/o morgen Abend zeitig einschläft und ich noch fit genug (träum‘ weiter!) für’s Training bin. Das ist ja auch sowas, das mir hilft, mich vorübergehend besser zu fühlen… drückt mir die Daumen! Oder kommt die Kinder holen, damit ich mich auf’s Ohr hauen kann 😛 Haha, nur Spass! #ifyou’regoingthroughhellkeepgoing

So, und nun die zusammenhanglose Seelenschreibe, die ihr am besten überspringt…
„Es gibt immer mal wieder Momente im Leben, da denkt man, dass die Welt still steht, dass das Universum kollabiert. Man sieht sein Leben wie ein Film vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen… Das war’s jetzt! Man würde gerne die Zeit zurückdrehen und alles richtig(er) machen, aber das geht nicht, also schläft man ein paar Nächte schlecht und hofft, dass der Alltag irgendwann stärker ist als die seelische Umnachtung, die einen fast vollkommen aus dem Gefecht setzt, ja buchstäblich lähmt, so dass man nur noch zum Notwendigsten fähig ist.
Man zweifelt an sich, noch mehr als sonst. Man würde gerne verschwinden, aber es geht nicht, denn mit Kindern hat man plötzlich auch Verantwortung und muss präsent sein. Aber es wird schleichend besser, so wie alles besser wird, wenn der zeitliche Abstand sich vergrössert und das tut er unaufhörlich, unaufhaltbar. Man vergisst und verdrängt so gut es halt geht. Man lässt sich weiterziehen, ablenken, man fängt sich. Aber eigentlich will man sie ja immer anhalten die Zeit, auch dann, wenn man sich schlecht fühlt und man statt verschwinden halt in sich reinkriechen möchte, was auch nicht geht, klar. Man würde ja am liebsten das Haus nie, nie mehr verlassen weil man dann keine Fehler mehr machen kann, man würde am liebsten nie mit niemanden mehr sprechen, kommunizieren, weil man dann nichts Falsches sagen kann. Man würde gerne neu anfangen, aber das ist längst nicht mehr möglich. Man wäre gerne jemand anders. Wäre gerne wie andere. Aber man wird es nie sein. Man hätte Lust, auszuflippen, durchzudrehen, irgendwelche Substanzen zu sich zu nehmen, die das Bewusstsein erweitern, nur damit man nicht mehr sich selber sein muss, in seiner eigenen Haut stecken, die man nicht mag. Man ist so furchtbar ungeduldig. Man will Dinge, die nie passieren werden… Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl. Worte, die mich zeitlebens immer wieder begleiten. Jedem fiel auf, wie inexistent die Begriffe bei mir sind. Sie haben mich immer wieder daran gehindert, voranzukommen und tun es noch. Sie haben mich immer eingeschränkt. Nicht immer kam es gut, wenn ich über meinen Schatten sprang und mich selber überlisten wollte. Nein, nicht immer ist das gut… und wie weiter? Man muss sich allem stellen, wie immer. Verstecken geht nicht. Der Kampf geht weiter… aber jetzt lasst mich bitte einfach alle mal in Ruhe leiden und allein sein (ähm, ja, als ob das ginge…).“

Dies und das…

Und wieder sind wir mitten in einer eigentlich normalen Alltagswoche… am Weekend hatten mein Liebster und ich spontan einen kinderfreien Samstagabend (unendliche Dankbarkeit!) plus -nacht. Wir haben die Zeit genutzt und sind endlich wieder mal ins Kino, nach Hohenems. Geschaut haben wir Mission Impossible – Rogue Nation und es war jeden Cent wert! Ich dachte ja nicht, dass die x-te Fortsetzung von MI spannend sein könnte weil Teil 2, 3 usw. eines Films eher selten gut sind, aber ich glaube ich fand diesen Film hier fast besser als alle bisherigen Teile zusammen. Action und Spannung pur, Überlänge, Popcorn – perfekt! 🙂 Wir haben es sehr genossen und konnten auch einigermassen ausschlafen. Wunderbar, gerne wieder! 🙂 Ja, solche Paar-Momente sollte man sich als Eltern regelmässig gönnen, auch wenn grad meine Wenigkeit dann mit den Gedanken doch viel bei den Kindern ist. Aber dank regelmässiger Whatsapp- und Foto-Updates durch die Partnerin meines Vaters, kann auch ich dann mal abschalten und beruhigt sein 😉 Es klappte auf jeden Fall problemlos 🙂
Am Montagnachmittag war ich wieder im alten Vor-den-Ferien-Trott als der Grosse noch im 1. KiGa-Jahr war. Ich habe prompt vergessen, ihn auf 13.30 Uhr in den Kindergarten zu begleiten und habe mich noch gewundert, warum derselbige anruft (um 13.45 Uhr): „was hat mein Sohn nur angestellt!?“ war mein erster Gedanke. Wir sind dann aber schnurstracks losgelaufen und er hat wohl nicht viel verpasst.

Nach der Ferienpause versuche ich nun regelmässig wieder mein Clubtraining zu besuchen. Eigentlich ist das sogar die einzige, abendliche Sportbeschäftigung, die ich problemlos wahrnehmen kann. Start ist dienstags um 20 Uhr, eine Zeit also, in der die Kleine mit 90%iger Sicherheit schon schläft. Donnerstags startet das Training zwar schon um 19.30 Uhr aber das hat letzte Woche auch geklappt da sie früh auf war und morgens in der Kita sowie nachmittags eine Weile in der Waldspielgruppe… mal sehen, ob das so bleibt. Ich gehe auf jeden Fall mit einem besseren Gefühl weg… 18 oder 19 Uhr (der Beginn der anderen Sportkurse, die in Frage kämen) erwiesen sich als sehr schwierig um Mann und Kind allein zu lassen. Es ist halt die aufreibendste Tageszeit. Immer. Unter Garantie. Hunger paar sich mit Müdigkeit, meist muss das Spielen unterbrochen werden weil das Nachbarskind heim muss, dann kommt der Papa von der Arbeit… die Kids sind also auf Krawall gebürstet und höchst unleidig. Beim Sohn bessert sich manchmal die Lage nach dem Essen, Maus ist dann aber so gut wie bettreif.
Auf jeden Fall ist es super, wieder im Karate Fuss zu fassen. Die meisten Techniken und Kata habe ich intus, d.h. nach ein paar mal Wiederholen, kommt alles wieder. Da war es von Vorteil, über 10 Jahre lang intensiv trainiert zu haben und die Techniken 1000x ausgeführt zu haben. Man kann es dann wirklich fast im Schlaf 😉 Nun möchte ich einfach ein wenig dran bleiben und sehen, wie es sich entwickelt. Meine Einschätzung ist übrigens diese, aktuell fast fitter zu sein als vor der Schwangerschaft, zumindest in Punkto Kraft. Kondition weniger. Das erste Kämpfen nach über 6 Jahren machte mir letzte Woche echt Spass und ging erstaunlich gut (obwohl ich keine Schoner mehr hatte und blaue Flecken davontrug). Aber ich merke, dass ich älter geworden bin oder auch einfach, dass mein Körper zwei Schwangerschaften durchgemacht hat. Meine Hüfte (wegen der ich regelmässig beim Chiro bin), spüre ich nach gewissen Bewegungen, auch am nächsten Tag noch… ja, die Beweglichkeit fehlt. Vielleicht kommt das wieder, vielleicht bleibt es aber auch so, dass der Körper halt nach dem Sport hier und da ächzt? Tja… :/ Noch mehr abnehmen wäre natürlich auch von Vorteil, im Moment habe ich ernährungstechnisch eine Sommerpause eingelegt 😛 Da muss ich wieder mehr darauf achten, dass das besser wird *grummel* Abgesehen davon will ich mind. 4 Trainings pro Woche schaffen, was eigentlich gut klappt. Aber Sport ist glücklicherweise Schokolade und macht süchtig. Deshalb könnte oder wollte ich, wären die Voraussetzungen besser, auch täglich etwas tun. Die 4x müssen aber reichen und sind eh schon super! 🙂
In dieser Woche habe ich drei Trageberatungen, das nenn‘ ich mal toll! Ich komme so zwar nicht dazu, meine andere Arbeit oder sonstwas zu tun, aber ich find’s genial 🙂
Und sonst bin ich hormonell bedingt (PMS und so :P) einfach grüblig gewesen… unser Dojo (Trainingsort für’s Karate) liegt ja direkt neben meinem ehemaligen Elternhaus. Das ist noch immer unbewohnt weil der neue Besitzer die Planung des Umbaus wohl noch nicht so richtig in Angriff nehmen konnte. Ich lief also letzte Woche mal ums Haus und stellte fest, wie verwachsen der ganze Garten war. Das Gras mindestens kniehoch, die Bäume und Sträucher sind richtig gewuchert, es ist wie ein Dschungel da. Der Garten war Hobby und grosse Liebe meiner Mama. Sie verbrachte Stunden rund ums Haus und pflegte den Garten. Immer mal wieder wurde was Neues gepflanzt. Man könnte trübselig sein darüber, dass „ihr Werk“ derzeit so verwildert ich aber empfand es als schön, zu sehen, wie „ihre“ Pflanzen derart gut gedeihen und wachsen, als wäre es für sie. Als würden die Pflanzen zum Himmel reichen wollen, bis zu ihr. Oder als würden sie alles verdichten wollen und das Haus in der Mitte verstecken, denn es ist unser Haus und kein anderer soll es einnehmen? Ich weiss, eines baldigen Tages wird der neue Hausherr alles zurecht stutzen, abreissen, entwurzeln… daran mag ich gar nicht denken. Wenn ich vor dem Training zum Haus schaue, dann kommen mir sofort viele (schöne) Erinnerungen… ich möchte es ((natürlich) so bewahren wie es ist damit ich mich immer erinnern kann wenn ich will… die Angst, so vieles zu vergessen, ist da…
Ja, manchmal grüble ich ganz viel nach, das ist wohl auch ein Nebeneffekt der Hochsensibilität, zumindest habe ich das mal gelesen… ich dachte daran, dass die Welt und das Leben nicht nur schwarz-weiss ist, sondern viele Graustufen kennt. Habe über Menschen nachgedacht… über Konformität und dass ich sie nicht mag. Sture Regeln sind mir zuwider, Grenzen, ein Rahmen, das engt nur ein. Ich bevorzuge es, (Spiel)raum zu haben, ich mag nicht in ein Schema passen mit mir und meinem Tun und ich will es auch für meine Kinder nicht und gebe das wohl zwangsläufig auch so weiter auch wenn es nicht immer gut sein mag… Es gibt für mich immer mehrere Wege und Möglichkeiten, Interpretationen… deshalb bin ich wohl auch in einem kreativen Beruf gelandet, und selbst dort hat es mich stets aufgeregt wenn wir Journalisten eingeschränkt wurden, auf Kosten des Geldes (Marketing) oder der Partei nicht so schreiben konnten wie wir wollten, nicht jeden Interviewpartner selbst aussuchen konnten. Nun ja, damit muss man klarkommen im Leben. V.a. auch, dass man mit dieser Einstellung rasch aneckt, Leute verschreckt. Manchmal im Leben bin ich nur zum Trotz gegen den Strom geschwommen, heute auch aus Überzeugung. Immer nimmt es mich mit, wenn sich dadurch Menschen abwenden, die man lieb gewonnen hat. Aber immer auch, ist es mir wichtiger, frei denken zu dürfen und zu mir stehen zu können. Und ist das nicht auch etwas, das man seinen Kindern guten Mutes mit auf den Weg geben darf?